Wasser für die Beregnung


Beregnung (Foto: Gardena)
Inhaltsverzeichnis
Allgemeines
Richtwert-Tabelle NRW 1984
Empfehlungen nach DIN 19650
vom Februar 1999

Spezial EHEC und HUS
Wichtiger Hinweis

Allgemeines
Mit Beregnungs- bzw. Bewässerungswasser ist in der Regel Wasser für die Bewässerung in der Landwirtschaft, Gartenbau, Landschaftsbau sowie von Parks und Sportanlagen gemeint.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Richtwert-Tabelle Nordrhein-Westfalen 1984
Die folgende Richtwert-Tabelle wurde der Broschüre „Weitergehende Anforderungen an Abwassereinleitungen in Fließgewässer“ des Landesamtes für Wasser und Abfall Nordrhein-Westfalen 1984 für die Nutzungsart „Beregnungswasser für Freilandkulturen“ entnommen.

Lfd. Nr.:
Merkmale
Richtwert
 
A. Mineralische Stoffe
 
1
Aluminium (mg/l)
5,0
2
Arsen (mg/l)
0,04
3
Beryllium (mg/l)
0,05
4
Blei (mg/l)
0,05
5
Bor (mg/l)
0,5
6
Cadmium (mg/l)
0,006
7
Chrom (mg/l)
0,1
8
Eisen (mg/l)
2,0
9
Fluor (mg/l)
1,0
10
Kobalt (mg/l)
0,2
11
Kupfer (mg/l)
0,2
12
Mangan (mg/l)
2,o
13
Molybdän (mg/l)
0,005
14
Nickel (mg/l)
0,1
15
Quecksilber (mg/l)
0,004
16
Selen (mg/l)
0,02
17
Zink (mg/l)
2,0
 
B. Salze
 
18
Gesamtsalzgehalt (mg/l)
500
19
Chloride (mg/l)
200
20
Natrium (mg/l)
150
 
C. Mikrobiologische
Beschaffenheit
 
21
Gesamtcoliforme Keime/ml
10
22
Fäkalcoliforme Keime/ml
1
 
D. Sonstige Merkmale
 
23
pH-Wert
5,0 - 8,5

Erläuterungen
1. Die genannten Richtwerte gelten bei direkter Entnahme für landwirtschaftliche und gärtnerische Freilandkulturen mit einer durchschnittlichen max. Jahresberegnungsgabe von 300 mm (l/m˛).

2. Die genannten Richtwerte gelten - wegen des bedeutend höheren Wasserbedarfs - nicht für Gewächshauskulturen und nicht für Gemüse und Zierpflanzen mit geringerer Salzverträglichkeit als Freilandkulturen.

3. Die genannten Richtwerte sollten nach Möglichkeit nicht - keineswegs jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg - überschritten werden. Einmaliges Überschreiten einzelner Werte um bis zu 50 % kann geduldet werden. Ausgenommen sind die Inhaltsstoffe Arsen, Cadmium, Quecksilber, Zink und Chrom. Bei diesen Schwermetallen sollten die genannten Richtwerte als Grenzwerte angesehen werden.

4. Die Entnahme von Wasserproben zur Ermittlung der Werte hat an mehreren hierfür geeigneten Stellen zu erfolgen. Die Werte haben für jede Entnahmestelle zu gelten; es sind also keine Durchschnittswerte für das Gewässer zu bilden.

5. Die Gewässer sind auf ihren Gehalt an mineralischen Stoffen und Salzen jährlich zweimal zu untersuchen, und zwar zu Beginn der Beregnungssaison und im Hochsommer. Ergeben sich innerhalb der ersten drei Jahre keine Überschreitungen einzelner Grenzwerte, dann genügt künftig eine Untersuchung zu Beginn der Beregnungssaison.

6. Untersuchungen zur mikrobiologischen Beschaffenheit des Fließgewässers sind dreimal jährlich während der Beregnungssaison durchzuführen. Werden die Richtwerte überschritten, muß bei Kulturen, die dem Rohverzehr dienen (Gemüse, Obst), eine Karenzzeit von 14 Tagen eingehalten werden.

7. Bei indirekter Entnahme über Brunnen sind für die Nutzungen "Beregnungswasser für Freilandkulturen" und "Viehtränkung" über die Mindestgüteanforderungen (MGA) hinaus keine weitergehenden Anforderungen zu stellen.

Die direkte Entnahme von Flusswasser zur Viehtränke ist zu untersagen, da hier nahezu die gleichen Anforderungen wie an Trinkwasser zu stellen sind.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Empfehlungen nach DIN 19650 vom Februar 1999
Die Dienstleistungszentren ländlicher Raum, Rheinland-Pfalz, bieten ihr Merkblatt Hygienisch-biologische Klassifizierung und Anwendung von Beregnungswasser, das auf der DIN 19650 basiert, als PDF-Datei zum kostenlosen Download an. Bei Interesse also bitte anklicken. Die DIN 19650 kann im Original über den Beuth-Verlag bezogen werden.

Besteht der Verdacht auf Abwasserbelastungen oder werden die in der genannten PDF-Datei aufgeführten mikrobiologischen Werte überschritten, so können weitere Untersuchungen erforderlich sein. Eine besondere Vorsicht ist bezüglich einer Abwasserbelastung geboten, wenn die Beschaffenheit von Oberflächenwasser folgende Kriterien aufweist:

- Saprobienindex nach DIN 38410-2 über 2,3
- Ammoniumgehalt über 1 mg/l
- BSB5 als Sauerstoff über 10 mg/l
- CSB als Sauerstoff über 60 mg/l

In solchen Fällen, besteht die Möglichkeit, dass toxische Einflüsse die Untersuchungsergebnisse gemäß der genannten PDF-Datei verfälschen.

Nach 5.4 der DIN 19650 sollten bei nicht hinreichender Beschaffenheit des Bewässerungswassers z. B. folgende Zwischenbehandlungen angewendet werden:

1) Zwischenspeicherung in einem Teich oder Kleinspeicher
2) Bewachsener Bodenfilter
3) Sandfilter

Die erzielbare Reinigungsleistung – ohne schädigenden Einfluss auf den Bodenkörper – bezieht sich vor allem auf:

a) Rückhalt von Schwebstoffen
b) Abbau der organischen Substanz (einschließlich der Koloniezahl und der pathogenen Keime) und von Ammonium, Nitrat, Nitrit und Phosphat sowie
c) Reduzierung von Eisen und Mangan (unter aeroben Verhältnissen)

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Wichtiger Hinweis
Besonders wegen der gesundheitlichen Relevanz des Bewässerungs- bzw. Beregnungswassers für Pflanzen, die zum Verzehr durch den Menschen bestimmt sind, sollte bei den zuständigen Gesundheitsämtern vor allem im gewerblichen Bereich nach den geltenden Bestimmungen nachgefragt werden. Bei der Tierhaltung ist ebenfalls Vorsicht geboten, da auch Tierkrankheiten über belastetes Bewässerungswasser übertragen werden können.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Zur Startseite