Kleines Wasserlexikon

Die folgenden Informationen sind Auszüge aus dem Buch Trinkwasser für Europa von Hartmut Schmitt. Durch Anklicken dieses Links erfahren Sie mehr zu diesem Buch. In diesem Lexikon sind vor allem die Mikroorganismen und die sonstigen Wasserinhaltsstoffe in alphabetischer Reinfolge aufgelistet, die in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) oder in den Diskussionen um das Trinkwasser Bedeutung besitzen. Wenn Sie zu einem Stichwort nähere Informationen wünschen, klicken sie das Stichwort im Verzeichnis bitte an. Sofern es in der Trinkwasserverordnung dazu Grenzwerte gibt, können diese im Link zur Literatur (TrinkwV) eingesehen werden. Sollte der von Ihnen gesuchte Mikroorganismus oder die von Ihnen gesuchte chemisch-physikalische Kenngröße nicht im Stichwortverzeichnis enthalten sein oder sind Ihnen die Angaben nicht detailliert genug, so nutzen Sie bitte die Internetsuchmaschine für die weitere Recherche.

Stichwortverzeichnis

Mikroorganismen
Algen
Biofilme
Clostridium perfringens
Coliforme Bakterien
Cryptosporidien und Giardien
Escherichia coli (E. coli) incl. EHEC und HUS
Enterokokken
Koloniezahlen
Legionellen
Pilze
Pseudomonas aeruginosa
Viren

Chemisch-physikalische Stoffe und Größen
Acrylamid
Aluminium
Ammonium
Antimon
Arsen
Arzneimittel
Basekapazität
Benzol
Benzo(a)pyren
Blei
Bor
Bromat
Cadmium
Calcitlösekapazität
Chlor
Chlordioxid
Chlorid
Chrom
Cyanid
1,2-Dichlorethan
Eisen
Elektrische Leitfähigkeit
Epichlorhydrin
Färbung
Fluorid
Geruchsschwellenwert
Gesamt organisch gebundener Kohlenstoff (TOC)
Gesamtrichtdosis
Geschmack
Härte (Calcium und Magnesium)
Kalium
Kupfer
Mangan
Natrium
Nickel
Nitrat
Nitrit
Oxidierbarkeit
Ozon
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte
Phosphor
pH-Wert
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Quecksilber
Sauerstoff
Säurekapazität
Selen
Silikat
Sulfat
Tetrachlorethen und Trichlorethen
Trihalogenmethane (THM)
Tritium
Trübung
Uran
Wasserstoffionenkomzentratiom (siehe pH-Wert)
Wasserstoffperoxid
Zink

Mikroorganismen

Algen
Algen besitzen im Trinkwasserbereich eigentlich nur eine geringe Bedeutung. Sie benötigen für ihr Wachstum Sonnenlicht oder eine andere Lichtquelle. Obwohl ihre Sporen überall in der Luft aber auch im Wasser verbreitet werden können, sieht man sie im Trinkwasserbereich wegen des dort fehlenden Lichts praktisch nicht. Dennoch entwickeln sie sich immer wieder einmal an Stellen wie in der Nähe von Fenstern in Trinkwasserhochbehältern, an offenen Deckeln von Wasserzählern oder in lichtdurchlässigen Wasserfiltern in Hausinstallationen. Manchmal werden auch niedere Pilze von Fachunkundigen mit Algen verwechselt. Es gibt zwar Algen (vor allem Blaualgen), die aufgrund ihrer Toxine (Giftstoffe) eine gesundheitliche Relevanz für den Menschen und auch für bestimmte Tierarten besitzen, diese kommen aber meist nur bei Algenblüten in Badegewässern oder Schwimmteichen in bedeutender Menge vor. Im Trinkwasserbereich kann man manchmal Algen oder die Gehäuse von Kieselalgen finden, wenn das Trinkwasser aus Oberflächenwässern stammt oder davon beeinflusst wird und die Algen die Filter- und Aufbereitungsanlagen durchbrochen haben.

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Biofilme
Viele Oberflächen, die vom Wasser benetzt werden, können in mehr oder weniger starker Form von Mikroorganismen besiedelt werden. Die dabei entstehenden Ansammlungen von Mikroorganismen werden als Biofilme bezeichnet. Im Laufe der Zeit entwickeln sie sich zu einer Schicht aus lebenden Mikroorganismen verschiedener Art, aus deren Ausscheidungen und aus organischen und anorganischen Ablagerungen und sie bilden dann regelrechte schleimige Schichten. In diesen wachsen vielfach Pilze, Amöben, Ciliaten, Nematoden und andere ein- und mehrzellige Mikroorganismen sowie weitere Bakterien heran. Dieser biologische Rasen kann durch die Stoffwechselaktivitäten dieser Mikroorganismen unangenehme Gerüche, einen üblen Geschmack und im Trinkwasserbereich das Wachstum unerwünschter anderer Mikroorganismen verursachen. Je nachdem, um welche Mikroorganismenarten es sich handelt, können auch Korrosionserscheinungen auftreten. Lange Stillstandszeiten, ungeeignete Materialien für die Trinkwasserinstallation, Verkrustungen und höhere Temperaturen in den Rohrleitungen fördern in der Regel die Entwicklung solcher Biofilme. Oxidative Desinfektionsmittel können ihnen je nach deren Dicke oft wenig anhaben, sodass sie dann mechanisch entfernt werden müssen. Hier sind erforderlichenfalls Spülmaßnahmen mit Druckluft, Impulsspülverfahren, sogenannte „Molche“ oder Fräsmaßnahmen gefragt. Hilft auch das nicht, wird man wohl an das Austauschen der Rohrleitungen und günstigere Betriebsbedingungen denken müssen.

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Clostridium perfringens
Clostridium perfringens gehört zu den Erregern des Gasbrands/Gasödems und der anaeroben Zellulitis. Der natürliche Lebensraum der Sporen bildenden Clostridien ist der Erdboden und der Darmtrakt von Mensch und Tier. In der Trinkwasserüberwachung hat Clostridium perfringens allerdings eine andere Bedeutung. Nach der neuen Trinkwasserverordnung müssen Trinkwässer, die aus Oberflächenwasser stammen oder von Oberflächenwasser beeinflusst sind, auch auf Clostridium perfringens einschließlich Sporen untersucht werden. Da die Sporen außerordentlich widerstandsfähig gegen Desinfektionsmaßnahmen wie Chlor, Chlordioxid, Ozon oder UV-Licht sind, werden sie als brauchbarer Indikatorparameter für gleichermaßen resistente Parasitendauerformen (wie z.B. Cryptosporidium oder Giardia) betrachtet, deren Nachweis wesentlich aufwändiger wäre. In wieweit Clostridium perfringens diese Indikatorfunktion allerdings wirklich erfüllt, ist bis jetzt noch nicht endgültig geklärt.

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Coliforme Bakterien
Zu den coliformen Bakterien gehören außer der Gattung Escherichia vor allem die Gattungen Klebsiella, Enterobacter, Citrobacter und Serratia. Je nach angewendeter Nachweismethode werden die angesprochenen Gattungen mehr oder weniger vollständig erfasst. Außer diesen Gattungen gibt es noch einzelne andere Arten wie zum Beispiel Rhanella aquatilis, die je nach Nachweismethode ebenfalls nachgewiesen werden können. Von den genannten Gattungen ist nur die Gattung Escherichia eindeutig fäkalen Ursprungs. Die anderen Gattungen kommen auch sonst in der Umwelt vor, ohne einen Bezug zu einer fäkalen Verunreinigung zu besitzen. Coliforme Bakterien sind damit nicht unbedingt als Indikatoren für eine fäkale Verunreinigung anzusehen. Sie können aber auf Mängel in der Aufbereitung oder im Verteilungsnetz hindeuten. Ein Wachstum coliformer Bakterien ist möglich, wenn genügend Nährstoffe vorhanden sind und die Wassertemperatur auf über 15 °C ansteigt. Bei Enterobacter konnte zum Beispiel ein Wachstum auf Schmierseife, die bei Reparaturarbeiten im Verteilungsnetz verwendet wurde, beobachtet werden. Coliforme Bakterien kommen auch in Biofilmen vor, wo sie vor Chlor und anderen Desinfektionsmitteln geschützt überleben können und dann sporadisch im freien Wasser wieder auftreten. Das Auftreten von coliformen Bakterien ist damit nicht unbedingt mit einer Gesundheitsgefährdung für die Verbraucher verbunden. Ihr Auftreten sollte aber dennoch ernst genommen werden, da sie auch fäkalen Ursprungs sein können. Werden sie festgestellt, ist unbedingt zu prüfen, ob es Hinweise auf eine fäkale Verunreinigung gibt. In einem solchen Fall sind Maßnahmen wie beim Auftreten von Escherichia coli notwendig. Selbst bei einem Nichtvorhandensein von fäkalen Verunreinigungen sollten coliforme Bakterien auf Dauer nicht toleriert werden. Ihr Vorkommen deutet dann auf eine nicht effektiv funktionierende Aufbereitung oder auf Schwachpunkte im Verteilungssystem hin, die in der Folge ein Wachstum unerwünschter Bakterien oder gar gefährlicher Krankheitserreger mit sich bringen kann.

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Cryptosporidien und Giardien
Parasiten wie Cryptosporidium parvum und Giardia lamblia gewinnen in Deutschland erst seit Kurzem an Bedeutung. In anderen Ländern wie Großbritannien, USA und Kanada sind sie schon seit Jahren als Verursacher von Epidemien über das Trinkwasser bekannt. Beim Menschen wird vorwiegend der Dünndarm betroffen und die Krankheiten äußern sich meist in mehr oder weniger starkem Durchfall. Die Schwere des Krankheitsverlaufes ist sehr stark abhängig von der Konstitution des Erkrankten. Die Übertragung erfolgt durch Oozysten bzw. Zysten, die über den Darm ausgeschieden und mit dem Mund wieder aufgenommen werden. Dabei kann der Kontakt von Mensch zu Mensch, Tier zu Mensch, verunreinigtes Gießwasser für Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Oberflächenwasser oder verunreinigtes Trinkwasser eine Rolle spielen. Die Epidemien in Großbritannien und Nordamerika haben im Extremfall schon zu Erkrankungen von mehreren 100.000 Personen geführt (Kryptosporidiose und Lambliose). Obwohl die Erreger auch in Deutschland vorkommen, ist hierzulande nur recht wenig über Erkrankungen durch das Trinkwasser bekannt. Es mag sein, dass der in Deutschland recht hohe Standard in der Trinkwasseraufbereitungstechnologie bei diesen Mikroorganismen eine Rolle spielt. Es könnte aber auch sein, dass in anderen Ländern die Überwachung dieser Parasiten wesentlich intensiver betrieben wird und damit dort auch mehr Erkenntnisse vorliegen. In der Trinkwasserverordnung gibt es keine konkreten Grenzwerte für diese Mikroorganismen. Es heißt aber in § 5 Abs. 1, dass im Wasser für den menschlichen Gebrauch keine Krankheitserreger in Konzentrationen enthalten sein dürfen, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit besorgen lassen. Nach verschiedenen Erkenntnissen muss man bei Cryptosporidium parvum davon ausgehen, dass bei 10 bis 30 Oozysten pro 100 L bereits Erkrankungen ausbrechen. Bei Giardia lamblia sind schon bei 3 bis 5 Zysten pro 100 L regelmäßig hohe Raten von Erkrankungen innerhalb der Bevölkerung des betroffenen Wasserversorgungsgebietes aufgetreten. In Großbritannien zum Beispiel müssen Wasserversorgungsunternehmen, die aufbereitetes Flusswasser abgeben, sicherstellen, dass weniger als 1 Cryptosporidien-Oozyste pro 10 L Trinkwasser vorhanden ist. In der neuen Trinkwasserverordnung verlangt § 5 Abs. 4 vor allem aufgrund der Erkenntnisse mit diesen Parasiten, dass bei entsprechenden Rohwasserverhältnissen eine geeignete Aufbereitungsanlage nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik gegebenenfalls unter Einschluss einer Desinfektion installiert wird. Solche Anlagen können, wenn sie noch nicht vorhanden sind, je nach den örtlichen Verhältnissen recht teuer werden und sich dann auch entsprechend im Wasserpreis bemerkbar machen. Dies dürfte nicht nur die öffentlichen Wasserwerke sondern vor allem auch die vielen Einzelwasserversorgungen betreffen, deren Einzugsgebiete recht oberflächennah und ungeschützt sind. In diesem Bereich dürfte auch die neue Ultrafiltrationstechnik in der Trinkwasseraufbereitung an Bedeutung gewinnen.

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Escherichia coli (E. coli)
Escherichia coli (E. coli) ist der wichtigste Indikator für fäkale Verunreinigungen des Trinkwassers. Das Bakterium kommt im Darm von Menschen und warmblütigen Tieren je nach Untersucher in einer Zahl von bis zu 100.000.000 und mehr pro g Fäzes vor. Außerhalb des Darmes gehen diese Zahlen dann je nach den Umgebungsbedingungen wieder zurück. Als Überlebensdauer in der Umwelt werden einige Tage bis mehrere Wochen angegeben. Bei Tracer-Versuchen lag die Reduktion von 99,9 % der E. coli bei 30 bis 32 Tagen. Es wurden aber auch Überlebensdauern von bis zu 180 Tagen und mehr beobachtet. Das betraf dann aber nur noch wenige E. coli. Der Nachweis von E. coli im Trinkwasser ist ein direkter Hinweis auf eine stattgefundene fäkale Kontamination (Verunreinigung mit Fäzes von Menschen oder warmblütigen Tieren). Bei den Tieren können es landwirtschaftliche Nutztiere, Haustiere, Wildtiere aber auch Kleinsäuger und Vögel sein. Im Falle einer Grenzwertüberschreitung des mikrobiologischen Parameters Escherichia coli ist daher eine direkte Gesundheitsgefahr für die Verbraucher gegeben. Bei einem Nachweis von E. coli müssen deshalb unabhängig von den nachgewiesenen Konzentrationen Sofortmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergriffen werden. Die meisten Escherichia coli sind harmlose Darmbewohner. Doch gibt es zwischenzeitlich auch potenziell pathogene Vertreter. Dabei handelt es sich um Stämme, die durch Aufnahme weiterer genetischer Informationen zu Krankheitserregern geworden sind. Dazu gehören enteropathogene E. coli (EPEC), enterotoxinogene E. coli (ETEC), enteroinvasive E. coli (EIEC) und enterohämorrhagische E. coli (EHEC, siehe auch EHEC und HUS). Werden nach Störfällen in der Trinkwasseraufbereitung und -verteilung Escherichia coli nachgewiesen, ist das Vorhandensein potenziell pathogener Stämme nicht auszuschließen .

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Enterokokken
Zu den Enterokokken gehören im Wesentlichen die vier Arten E. hirae, E. durans, E. faecalis und E. faecium. Sie werden ebenfalls zu den Fäkalindikatoren gerechnet. Enterokokken sind aufgrund ihres Zellwandaufbaus widerstandsfähiger gegen chemische Desinfektionsmittel wie Chlor, Chlordioxid, Ozon usw. als coliforme Bakterien. Sie können auch länger in der Umwelt überleben. Der Nachweis von Enterokokken kann daher auch ein Hinweis auf eine länger zurückliegende fäkale Verunreinigung sein. Einige Enterokokken kommen vorzugsweise auf pflanzlichem Material vor. Da sie auch gegen das Austrocknen sehr resistent sind, kann man sie mitunter in frisch verlegten oder reparierten Wasserleitungen finden, wenn dort nicht sterilisierte Hanfstricke als Dichtungsmaterial verwendet wurden. Die Grenzwertüberschreitung des Parameters Enterokokken hat dieselben Konsequenzen wie die Grenzwertüberschreitung des Parameters Escherichia coli.

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Koloniezahlen
Die Koloniezahlen charakterisieren die allgemeine hygienische Beschaffenheit eines Trinkwassers ohne direkten Zusammenhang mit bestimmten Krankheitserregern. Die unterschiedlichen Bebrütungstemperaturen geben bereits Hinweise auf die mögliche Herkunft der Bakterien. Bei 36 °C wachsen bevorzugt diejenigen Bakterien, die bei dieser Temperatur ihr Wachstumsoptimum haben. Hier könnten Fäulnisprozesse im Boden oder eventuell auch Fäkalien die Ursache sein. Bei 20 °C beziehungsweise 22 °C wächst dagegen die Mehrzahl der Bakterien, die ubiquitär (also praktisch überall) vorkommen, aus dem Boden stammen und Nachverkeimungen, Biofilme in Wasserversorgungsanlagen u.ä. bilden können. Die Koloniezahl stellt auch ein gutes Verfahren dar, um die Effektivität der Desinfektionsanlagen zu kontrollieren. Ein Ansteigen der Koloniezahlen im Bereich des Wasserverteilungssystems deutet häufig auf lange Stagnationszeiten, ungeeignete Behälter- und Leitungswerkstoffe, Korrosionsvorgänge, Baumaßnahmen im Verteilungsnetz oder das unsachgemäße Beheben von Rohrbrüchen hin. Auch wenn die allermeisten Koloniezahlen von harmlosen Bakterien stammen, sollten bei Grenzwertüberschreitungen entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Auch harmlose Bakterien können in allzu großer Zahl Probleme mit sich bringen, wenn sie auf geschwächte Personen oder Lebensmittel (schnellerer Lebensmittelverderb) treffen.

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Legionellen
Legionellen sind weniger ein Problem der öffentlichen Trinkwasserversorgungsanlagen als eines der Warmwasseranlagen und der schlecht isolierten Kaltwasserverteilungsnetze in den Hausinstallationen. Dabei geht die Gefahr nicht von den getrunkenen Legionellen aus, sondern von denen, die über Aerosole in die Lunge eingeatmet werden. Die Legionellen können zu zwei Arten von Erkrankungen führen: Der Legionärskrankheit, einer schweren Lungenentzündung, bei der ohne entsprechende ärztliche Behandlung mehr als 20% der Betroffenen sterben können und dem wesentlich selteneren und weniger schweren Pontiacfieber, einer fieberhaften Erkrankung ohne Lungenentzündung. Die Trinkwasserverordnung nennt selbst keine konkreten Grenzwerte, doch gibt es Empfehlungen im DVGW-Arbeitsblatt W 551, das sich mit deren Vorkommen und gegebenenfalls mit der Sanierung der Leitungsnetze und anderer Maßnahmen beschäftigt. Das genannte Arbeitsblatt ist derart umfangreich, dass eine ausführliche Behandlung den Rahmen dieses Lexikons sprengen würde. Den Verantwortlichen wird empfohlen, im Bedarfsfall das Arbeitsblatt zu erwerben.

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Pilze
Man schätzt, dass derzeit etwa 50.000 Pilzarten auf der Erde vorkommen. Davon wurden bisher weniger als 300 Arten als Krankheitserreger des Menschen beschrieben. Ungefähr nur ein Dutzend dieser Krankheitserreger verursacht mehr als 90 % aller Pilzkrankheiten. Pilze sind, obwohl man sie zu den Pflanzen zählt, nicht in der Lage, Fotosynthese zu betreiben. Sie benötigen vielmehr organische Substanzen als Nährstoffe, worauf ihre Lebensweise als Saprophyten (z. B. auf faulendem Holz), Symbionten (z. B. in Flechten) oder Parasiten (z. B. auf vielen lebenden Nutzpflanzen) zurückzuführen ist. Viele Verbraucher wissen nichts über die Vielzahl der vorkommenden Pilzarten. Oft wird von den Fachunkundigen auch die Bezeichnungen „Schimmel“ oder „Algen“ benutzt. Sie kommen überall auf der Welt, also ubiquitär, vor und ihre Sporen werden über die Luft, den Erdboden, das Wasser, Lebensmittel usw. verbreitet. Im Trinkwasser vermehren sie sich in der Regel nicht, da dieses häufig nicht die erforderlichen Nährstoffe enthält. Aber auf nährstoffhaltigen Oberflächen, die vom Trinkwasser benetzt werden, kann man bei geeigneten sonstigen Umweltbedingungen ein Wachstum von Pilzen feststellen. Dies kann in Hochbehältern, Einrichtungen des Verteilungsnetzes, unsachgemäß gehandhabten Trinkwassergefäßen (Flaschen, Kanister, Krüge, Gläser usw.) der Fall sein. Sehr häufig findet ein Pilzwachstum an feuchten Stellen im Trinkwasserverteilungsnetz (Strahlregler an Wasserhähnen, Duschköpfen) oder an anderen feuchten Stellen wie Duschkabinen, Umgängen in Schwimmbädern, Spülkästen in den Toiletten usw. statt. Insbesondere dann, wenn dabei auch noch Kalkkrusten o. ä. eine Rolle spielen. In der Trinkwasserverordnung gibt es keinen Grenzwert für Pilze. Es empfiehlt sich aber, wenn im Trinkwasserbereich Pilze gefunden werden, diese aus allgemeinhygienischen Gründen zu entfernen und in den betroffenen Bereichen auf Sauberkeit zu achten.

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Pseudomonas aeruginosa
Alle Pseudomonaden kommen in der Natur weit verbreitet vor. Man findet sie regelmäßig im Erdboden, in Oberflächengewässern, auf Pflanzen und in kleiner Zahl auch im Darm von Mensch und Tier. Sie können sich in einem feuchten Milieu, das nur Spuren von Nährsubstraten enthält, vermehren. Pseudomonas aeruginosa ist ein fakultativ humanpathogenes Bakterium. Seine hygienische Bedeutung liegt vor allem in medizinischen Bereichen (Krankenhäuser usw.). Weiterhin kommt er im Zusammenhang mit badewasserbedingten Erkrankungen der Haut und des äußeren Gehörganges sowie bei oraler Aufnahme bei den vorwiegend leichteren Formen von Lebensmittelvergiftungen vor. Besonders anfällig für Kontaminationen sind Trinkwasserleitungsenden, Trinkwassercontainer, Abfüllanlagen für Flaschen und sonstige Behältnisse, sogenannte Trinkbrunnen in Betrieben und Einrichtungen mit öffentlichem Zugang, Transportwagen o. ä., wobei nicht selten ungeeignete Materialien in den Anlagen eine Rolle spielen. Besonders gefährdet sind Personen, die Defekte der unspezifischen oder spezifischen Infektabwehr aufweisen. Da sich der weit verbreitete Keim unter einfachsten Bedingungen in einem feuchten Milieu vermehren kann, kommen zahlreiche Infektionsquellen in Frage: Waschbecken, Toiletten, Kosmetika, Luftbefeuchter, Inhalatoren, Beatmungsgeräte, Narkosegeräte, Dialysegeräte usw. Bei Grenzwertüberschreitungen kommen vornehmlich Hygienemaßnahmen in Frage.

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Viren
Viren können sich nicht selbst vermehren. Sie benötigen dazu lebende Zellen. Außerhalb der sogenannten Wirtszelle haben sie keinen eigenen Stoffwechsel. Mit ihrer Vermehrung in den Zellen ist in der Regel die Schädigung der Wirtszelle verbunden. Damit sind die Viren zwangsläufig Krankheitserreger. Das Vorkommen von Viren im Trinkwasser ist somit stets mit einer Infektionsgefahr verbunden. Die Festlegung eines Trinkwassergrenzwertes für Viren ist daher problematisch. Sie dürfen im Trinkwasser überhaupt nicht nachweisbar sein. Das Infektionsrisiko hängt dabei wesentlich davon ab, wie empfänglich der Mensch als Wirt für das Virus ist und ob das Virus in der Lage ist, nach oraler Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt eine Infektion auszulösen. Bei vielen gefährlichen Viren wie z. B. Gelbfieber-, Tollwut-, Masern- und anderen Viren ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Die durch Trinkwasser übertragbaren Viren stammen in fast allen Fällen aus menschlichen Ausscheidungen. Der häufigste Weg ins Trinkwasser erfolgt über Abwasser, Oberflächenwasser und eine unzureichende Trinkwasseraufbereitung. Eine einfache Chlorung ist in vielen Fällen zur Elimination oder Desaktivierung der Viren nicht ausreichend. Eine gute Filtration oder Flockungsfiltration ist da bei oberflächennahen Wässern wesentlich effektiver. Im Untergrund können Viren oft viele Monate überdauern. Bei gut filtrierenden Bodenschichten werden die Viren zurückgehalten und inaktiviert. Daher kann man im Grundwasser nur selten Viren nachweisen. Dies gilt jedoch nicht für Karstgrundwässer und Uferfiltrate. Durch das Gießen bzw. Beregnen von Pflanzen für die Ernährung mit virenhaltigem Wasser können Viren ebenfalls übertragen werden. Obwohl die WHO den Viren bei Epidemien über das Trinkwasser eine sehr große Bedeutung zumisst, gibt es in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert für sie. Ihr Nachweis ist allerdings auch sehr schwierig und dürfte daher in absehbarer Zeit nur Speziallabors vorbehalten bleiben.

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Chemisch-physikalische Stoffe und Größen

Acrylamid
Acrylamid kann in der Trinkwasseraufbereitung mit Flockungsmitteln in das Trinkwasser gelangen. Da es beim Menschen wahrscheinlich krebserregend und nervenschädigend wirkt und auch das Erbgut schädigen soll, zumindest deuten Tierversuche darauf hin, wird ihm in jüngster Zeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Acrylamid wurde zunächst nur als Ausgangsstoff für Kunststoffe (Polyacrylamid) betrachtet. Dann wurde bekannt, dass es auch in erhitzten stärkehaltigen Lebensmitteln wie Pommes frites und Chips vorkommen kann. Acrylamid bildet sich bei der trockenen Erhitzung stärkehaltiger Lebensmittel ab einer Temperatur von 120 °C, das Temperaturoptimum liegt bei 180 °C. Der genaue Reaktionsweg ist noch nicht geklärt, es wird jedoch vermutet, dass es zu einer Reaktion zwischen Zuckern und Aminosäuren (insbesondere Asparagin) kommt. In Extremfällen konnten schon Konzentrationen bis zu mehreren Milligramm pro Kilogramm gemessen werden. Manche kosmetische Mittel enthalten bis zu 2 % Polyacrylamid. Kosmetika gelten als wichtige Belastungsquelle für den Menschen. Weiterhin enthält der Rauch einer Zigarette ca. 0,001 bis 0,002 mg Acrylamid. Im Trinkwasserbereich sind die Konzentrationen im Allgemeinen aber so gering, dass im Vergleich zu den übrigen Lebensmitteln kaum von einer Gesundheitsgefährdung gesprochen werden kann, wenn man den derzeitigen Kenntnisstand zur Beurteilung heranzieht. Der derzeit gültige Grenzwert in der Trinkwasserverordnung von 0,0001 mg/L bezieht sich auf die Restmonomerkonzentration im Wasser, berechnet aufgrund der maximalen Freisetzung nach den Spezifikationen des entsprechenden Polymers und der angewandten Polymerdosis. Da dieser Stoff nach den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung nicht gemessen sondern berechnet wird, benötigen die Wasserversorgungsunternehmen zu dessen Bestimmung von den Herstellern der in der Wasseraufbereitung eingesetzten Stoffe die Produktspezifikationen. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass die höchsten Acrylamidgehalte (bis zu mehreren mg/kg) in Kartoffelerzeugnissen wie Chips, Pommes frites und Kartoffelpuffern, in Lebkuchen und ähnlichen Erzeugnissen, in Backwaren für Diabetiker und im Kaffee und Kaffeeersatz zu finden sind. In gekochten Speisen, Obst, Gemüse, Fleisch- und Milcherzeugnissen können höchstens geringe Spuren festgestellt werden.

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Aluminium
Aluminium ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Es verwundert daher nicht, dass es in fast allen natürlichen Wässern, wenn auch nur in geringen Konzentrationen, vorkommt. Die Gehalte liegen meist bei 0,01 bis 0,1 mg/L. in sauren ungepufferten Oberflächengewässern können die Konzentrationen auch bis über 3 mg/L betragen. In Trinkwasseraufbereitungsanlagen finden Aluminiumsalze auch als Flockungsmittel Verwendung. Erhöhte Aluminiumgehalte können daher auch auf eine Fehlfunktion in der Trinkwasseraufbereitung hindeuten. Wegen ihrer Häufigkeit in der Erdkruste ist Aluminium auch oft in Tonmineralien zu finden. Erhöhte Aluminiumgehalte können dann auch auf die Eintrübung von Wässern durch Tonmineralien zurückgeführt werden. Aluminium beziehungsweise Aluminiumverbindungen stehen neuerdings wegen der Förderung der Arteriosklerose, der Störung des Phosphatstoffwechsels, der Gefährdung von Nierenkranken, dem Auftreten von Dialyse-Enzephalopathie (Sammelbezeichnung für alle nichtentzündlichen Hirnschäden) sowie der Alzheimerkrankheit in der Diskussion. Die derzeit im Trinkwasserbereich gemessenen Konzentrationen sind in der Regel aber so gering, dass hinsichtlich der genannten Krankheiten kaum eine Gefährdung über das Trinkwasser angenommen werden muss. In Gebieten mit stark versauerten Böden oder Oberflächengewässern sind aber Untersuchungen durchaus zu empfehlen.

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Ammonium
Ammonium ist Bestandteil des natürlichen Stickstoffkreislaufes. Die in der Regel geringen Ammoniumgehalte im Trinkwasser (weniger als 0,5 mg/L) sind humantoxikologisch unbedeutend. Höhere Ammoniumsgehalte von 1 mg/L und mehr kommen oft in sogenannten „reduzierten“ Grundwässern vor. Diese Wässer enthalten oft nur sehr wenig oder gar keinen Sauerstoff. Bei Anwesenheit von höheren Ammoniumgehalten muss im Zusammenhang mit anderen Wasserinhaltsstoffen (z. B. organisch gebundener Kohlenstoff, Sauerstoff, Nitrit, Nitrat, Eisen, Mangan usw.) geklärt werden, ob das Ammonium geogenen Ursprungs ist, oder ob es auf eine menschliche Verunreinigungquelle hindeutet. Grundsätzlich sind erhöhte Ammoniumgehalte als bedenklich einzustufen. Erhöhte Ammoniumgehalte können verschiedene Trinkwasseraufbereitungsschritte zum Teil erheblich beeinträchtigen. Ammoniumgehalte von 0,1 bis 0,2 mg/L und mehr können bei der Desinfektion des Wassers mit Chlor/Hypochlorit wegen der Bildung von Chloraminen zu Geruchsbelästigungen und manchmal auch zu Reizungen der Haut und der Augen führen. Dies ist vor allem in stark belasteten Hallen- und Freibädern zu beobachten. Da Ammonium in einem chemischen Gleichgewicht mit dem giftigen Ammoniak steht, welches vom pH-Wert abhängig ist, kann es bei hohen Ammoniumgehalten und gleichzeitig hohen pH-Werten zu Fischsterben kommen (z.B. in Aquarien oder bei Einleitung in öffentliche Fischgewässer).

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Antimon
Antimon wird hinsichtlich seiner gesundheitlichen Eigenschaften ähnlich bewertet wie das Arsen. Über Vergiftungserscheinungen wird aber wesentlich seltener berichtet, da die Salze des Antimons die Magen- und Darmwände weniger leicht durchdringen können als die Arsenverbindungen. Bei Antimontrioxid gibt es den begründeten Verdacht, dass es krebserregend ist. Antimon gilt in der neuen Trinkwasserverordnung als ein Stoff, dessen Konzentration im Verteilungsnetz oder in der Hausinstallation noch ansteigen kann. Begründet wird dies mit der Verwendung des Antimons als Legierungselement in Loten, Armaturen und als Verunreinigung in Kupferlegierungen. Im Grundwasser, Oberflächenwasser und Meerwasser kommt Antimon in der Regel nicht in höheren Konzentrationen als 0,0002 mg/L vor. In manchen Thermalwässern kann man auch Gehalte bis 0,9 mg/L messen.

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Arsen
Arsen ist ein natürliches Element der Erdkruste und kommt deshalb in der Natur nahezu überall vor, wenn auch nur in Spuren. Die meisten Böden enthalten es in Konzentrationen von 5 bis 10 mg/kg. Relativ reich an mineralischem Arsen sind Buntsandstein, Basalt und Lockersedimente. In Wasservorkommen solcher geologischer Schichten können erhöhte Arsengehalte geogener Herkunft sein. Eine weitere Quelle für Arsen sind häufig Sickerwässer von Abfalldeponien. Höhere Arsengehalte als im Trinkwasser sind aber eher in Nahrungsmitteln wie ungeschältem Reis, Mehl, einigen Obstsorten und Spinat zu finden. Bereits seit sehr langen Zeiten ist die Giftigkeit des Arsens für den Menschen bekannt. Durch chronische Arsenvergiftungen wird vor allem das zentrale Nervensystem geschädigt. Ebenso treten Hautveränderungen und als Spätfolgen Karzinome auf. Die tödliche Dosis für den Menschen liegt bei etwa 0,15 bis 0,3 g. Die als Trinkwasser geförderten Wässer enthalten meist nur sehr geringe Arsenkonzentrationen. Die Gehalte liegen in der Regel bei weniger als 0,01 mg/L. Liegen sie höher, kann dessen Entfernung aus dem Trinkwasser durch Adsorption an granuliertes Eisen(III)arsenat auch bei kleinen Wasserwerken erfolgen. Arsen gehört zu den Stoffen, deren Grenzwert im Laufe der Zeit verschärft wurde. Noch vor 1996 galt in der alten Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0,04 mg/L. Dies führte dazu, dass eine Reihe von Wasservorkommen, die noch dem alten Grenzwert genügten, aber mehr als 0,01 mg/L Arsen aufwiesen, von einem Tag auf den anderen keine Trinkwasserqualität mehr hatten, aus der Wasserversorgung herausgenommen wurden oder anderweitig Maßnahmen getroffen werden mussten, um weiterhin als Trinkwasser genutzt werden zu können.

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Arzneimittel
Bei Untersuchungen von Oberflächen-, Grund- und Trinkwässern wurde bisher in der Regel nicht auf Arzneimittel untersucht. Prüfungen auf deren Umweltverhalten im Rahmen der Zulassung waren auch nicht vorgesehen. So richteten erst zufällige Befunde von Arzneimittelspuren in Gewässern die Aufmerksamkeit wieder auf die bereits in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts diskutierte Thematik. Human- und Tierarzneimittel, Kontrastmittel und Futtermittelzusatzstoffe können direkt oder nach deren Umwandlung über die Ausscheidungen von Mensch und Tier durch das Abwasser, Kläranlagen, Klärgruben und Einträge aus der Landwirtschaft in die Gewässer und dann über das Uferfiltrat ins Grundwasser bis ins Trinkwasser gelangen. Einen direkten Grenzwert für diese Stoffe gibt es in der Trinkwasserverordnung nicht. Jedoch fordert § 6 Absatz 1 in der Trinkwasserverordnung, dass im Wasser für den menschlichen Gebrauch chemische Stoffe nicht in Konzentrationen enthalten sein dürfen, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit besorgen lassen. Weiterhin ist in Absatz 3 dieses Paragraphen festgehalten, dass Konzentrationen von chemischen Stoffen, die das Wasser für den menschlichen Gebrauch verunreinigen oder seine Beschaffenheit nachteilig beeinflussen können, so niedrig gehalten werden sollen, wie dies nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik mit einem vertretbaren Aufwand unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles möglich ist. Diese Vorschrift ist auch auf Arzneimittel anzuwenden. Zudem verbietet § 17 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes, zum Verzehr nicht geeignete Lebensmittel gewerblich in den Verkehr zu bringen. Zum Verzehr nicht geeignet sind auch solche Lebensmittel, bei denen nicht erkennbar ekelerregende Beeinträchtigungen vorliegen. Inwieweit Trinkwasser, von dem die Verbraucher annehmen, es seien darin Arzneimittel und ähnliche Stoffe enthalten, dazugehört, wird sicherlich noch in zahlreichen Diskussionen erörtert werden. Man darf auf die zukünftige Handhabungsweise der Arzneimittel im Trinkwasser gespannt sein. Auf jeden Fall ist ein Grenzwert für Arzneimittel schon in der Diskussion. In Deutschland hat die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherheit (BMGS) 2003 einen „pragmatisch gesundheitlichen Orientierungswert“ von 100 ng/L (Nanogramm pro Liter) herausgegeben, ab dem das Gesundheitsamt eine Gesundheitsgefährdung durch chemische Stoffe im Trinkwasser prüfen sollte.

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Basekapazität
Die Basekapazität wird im Wesentlichen durch den Gehalt des Wassers an schwachen Säuren und Basen wie Huminstoffen und Phosphaten (sogenannte Fremdpuffer), insbesondere aber auch durch die undissoziierte Kohlensäure bestimmt. Bei fremdpufferfreien und kohlensäurehaltigen Wässern kann es angebracht sein, die Titration bei einem besonders berechneten pH-Wert zu beenden. In vielen Fällen entspricht dann die Basekapazität der Konzentration an undissoziierter Kohlensäure. In der Trinkwasserverordnung gibt es keinen Grenzwert für die Basekapazität. Für die Bewertung metallischer Werkstoffe in der Hausinstallation nach DIN 50930 Teil 6 ist die Basekapazität aber von Bedeutung.

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Benzol
Benzol ist der einfachste aromatische Kohlenwasserstoff. Die gesundheitliche Bedeutung von Benzol beruht darauf, dass es in der Lage ist, Krebs zu erregen. Die Aufnahme des Benzols durch den Menschen erfolgt hauptsächlich inhalativ über den Kraftfahrzeugverkehr (Benzin enthält etwa 2 bis 4 % Benzol) und das Zigarettenrauchen (Benzol entsteht unter anderem bei der unvollständigen Verbrennung organischer Stoffe). Punktuell können auch Benzolkontaminationen des Grundwassers vorkommen. In vielen Lösemitteln (z. B. vielen Klebstoffen) ist Benzol aber auch als technische Verunreinigung enthalten. Die Aufnahme des Benzols über das Trinkwasser ist im Vergleich zur Aufnahme über die Luft verschwindend gering. In früheren Trinkwasserverordnungen gab es im Gegensatz zu heute noch keinen Grenzwert für das Benzol.

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Benzo(a)pyren
Benzo(a)pyren gehört zu den polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Es ist die bekannteste Einzelverbindung und wird häufig als Leitsubstanz für das Vorkommen und die Wirkung von Gemischen der PAK betrachtet. Die PAK entstehen durch unvollständige Verbrennungsprozesse der verschiedensten Art. Sie kommen zum Beispiel im Zigarettenrauch, in gegrillten Nahrungsmitteln, Abrieb von Teer- und Bitumenoberflächen, Auswaschungen von Böden und an Partikel gebunden in der Luft vor. Auch ohne besondere Eintragsquellen kann man in Oberflächengewässern Gehalte an einzelnen PAK von 0,00005 mg/L feststellen. Im Regenwasser und im Schnee findet man höhere Gehalte durch die Auswaschung kontaminierter Partikel in der Luft. Ein Trinkwassergrenzwert für Benzo(a)pyren wurde erst in der neuen Trinkwasserverordnung eingeführt. Grenzwertüberschreitungen haben im Trinkwasser oft einen Zusammenhang mit Steinkohleteeranstrichen in Trinkwasserleitungen. Im Vergleich zur Aufnahme mit anderen Nahrungsmitteln ist die Aufnahme über das Trinkwasser als gering einzustufen. Die gesundheitliche Bedeutung von Benzo(a)pyren liegt darin, dass es zumindest im Tierversuch als krebserregend gilt.

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Blei
Blei besitzt nur eine sehr geringe Löslichkeit und kommt deshalb in merklichen Konzentrationen im Grundwasser nur sehr selten vor. Es gibt aber hydrogeologisch bedingte Ausnahmen. In den meisten Grundwässern liegen die Bleigehalte unter 0,001 mg/L. Bei chronischen Bleivergiftungen werden vornehmlich das blutbildende System, das zentrale Nervensystem und die glatte Muskulatur betroffen. Bei Untersuchungen zur Bleibelastung des Trinkwassers durch das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene in den Jahren 1985 und 1986 wurde in 97 Wasserwerkern ein mittlerer Bleigehalt von 0,0015 mg/L festgestellt. Bei dem damaligen Grenzwert von 0,04 mg/L gab es in den Wasserwerken keine Grenzwertüberschreitungen. In der neuen Trinkwasserverordnung ist eine stufenweise Verringerung des Bleigrenzwertes vorgesehen. Vor dem 01.12.2003 galt noch der alte Grenzwert von 0,04 mg/L. Danach ist bis zum 30.11.2013 ein Bleigrenzwert von 0,025 mg/L festgelegt. Anschließend sind nur noch 0,01 mg/L zulässig. Auch dieser verschärfte Grenzwert war in den untersuchten Wasserwerken nicht überschritten worden. Dennoch spielt Blei in der Trinkwasserversorgung eine besondere Rolle. Untersuchungen in den Haushalten haben nämlich im sogenannten Stagnationswasser, also dem stillstehenden Wasser in den Rohrleitungen, mittlere Bleigehalte von 0,0025 mg/L und in Extremfällen sogar bis 0,2 mg/L ergeben. Es ist allerdings sehr schwierig, verlässliche statistische Auswertungen für die Grenzwertüberschreitungen beim Blei in den Haushalten zu erhalten. Ältere Gebäude enthalten eher Bleirohre als jüngere. Übertragen auf die Gesamtbevölkerung wären Grenzwertüberschreitungen bei etwa 1 bis 2 % der Haushalte denkbar. Die wirksamste Maßnahme zur Verminderung der Bleibelastung im Trinkwasser ist der Austausch evtl. vorhandener Bleirohre. Bei erhöhten Bleigehalten ist es auch möglich, dass das Blei aus der Zinkschicht verzinkter Stahlrohre stammt, die durch Korrosionsvorgänge angegriffen wurden. Bei höheren Zinkgehalten in der Hausinstallation kann es sogar zu Trinkwassergrenzwertüberschreitungen beim Blei kommen. Ist eine Sanierung des hausinternen Leitungssystems nicht schnell oder nicht so ohne weiteres realisierbar, können übergangsweise Sofortmaßnahmen getroffen werden. Diese bestehen darin, dass Wasser zur Ernährung von Kindern, Säuglingen oder Schwangeren in der Nähe des Wasserzählers, also an einer Stelle, an der es frisch von der öffentlichen Wasserversorgung hereinkommt, zu zapfen oder das Standwasser aus der Leitung solange ablaufen zu lassen, bis es gegen frisches Wasser ausgetauscht ist. Dies kann man häufig mit dem Finger fühlen, wenn das aus dem Wasserhahn kommende Wasser kalt geworden ist. Wen dieses Laufen lassen aus Sparsamkeitsgründen stört, kann das ablaufende Wasser auch zu Nichttrinkwasserzwecken wie Blumengießen, Reinigungsmaßnahmen o. ä. nutzen. Denkt man an die Verwendung von hausinternen Trinkwassernachbehandlungsanlagen, so ist zu berücksichtigen, dass nicht alle diese Anlagen auch in der Lage sind, Blei in ausreichender Menge zu entfernen. Auch können diese Anlagen andere Nachteile haben (z. B. eine Verkeimung des Trinkwassers). Zudem beheben diese Anlagen nicht die Ursache für die hohen Bleigehalte in der hausinternen Trinkwasserleitung. Grundsätzlich gilt, dass man Trinkwasser aus bekannten Bleileitungen nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung und auch nicht während einer Schwangerschaft für Lebemsmittelzwecke verwenden sollte. Dies gilt bei Blei nicht nur für Stagnationswasser, sondern auch für frisch abgelaufenes Wasser. Zur Probenahme siehe auch die Hinweise beim Stichwort Kupfer.

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Bor
In natürlichen unbeeinflussten Grundwässern liegen die Borgehalte in der Regel unter 0,05 bis 0,1 mg/L. Geogen können aber auch deutlich höhere Gehalte im Grundwasser vorkommen. Gehalte von mehr als 0,08 mg/L über dem natürlichen Hintergrund sind häufig ein Hinweis für Verunreinigungen durch menschliche Einflüsse. Bor wird häufig als Natriumperborat in Waschmitteln, Seifen und Kosmetika verwendet und erfährt in Gewässern und bei der Bodenpassage meist nur so geringe Veränderungen, dass das Bor heute als guter Indikator für verschiedene vom Menschen verursachte Beeinflussungen des Grundwassers und der Gewässer gilt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Abwasser- und Altlasteneinflüsse. In toxikologischer Hinsicht kann eine zu hohe orale Aufnahme zu Lethargie, Depressionen, Missempfindungen und Übelkeit führen. Schädliche Wirkungen auf das männliche Reproduktionssystem wurden ebenfalls schon beobachtet.

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Bromat
Bromat hat sich im Tierversuch als krebserregend erwiesen. Beim Menschen ist dies zwar nicht nachgewiesen, man geht aber vorsorglich davon aus, dass es so sein könnte. Dementsprechend misst man dem Bromat im Trinkwasser eine gesundheitliche Bedeutung bei. Bromat entsteht u. a. in der Trinkwasseraufbereitung durch die Ozonung (Oxidation) bromidhaltigen Wassers. Dabei können durchaus bis zu einem Drittel des vorhandenen Bromids zu Bromat oxidiert werden. Weiterhin kann Bromat in handelsüblicher Natriumhypochloritlösung (Chlorbleichlauge) enthalten sein, wenn die Ausgangsmaterialien bei der Herstellung zu viel Bromid enthielten. Daher kann durch die Desinfektion des Trinkwassers mit Natriumhypochlorit (im Dauerbetrieb oder bei sporadischen Desinfektionsmaßnahmen wie z. B. bei einer Behälterreinigung) Bromat eingebracht werden.

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Cadmium
Cadmium ist ein seltenes Metall, das unter anderem bei der Zinkgewinnung als Nebenprodukt entsteht und bei der Herstellung von Batterien, Pigmenten, Stabilisatoren, Lot und bestimmten Legierungen Verwendung findet. Die sogenannte Itai-Itai-Krankheit, die als Spätstadium eine Schrumpfung des Knochenskeletts in Folge einer chronischen Vergiftung hervorruft, ist durch eine lokale Umweltvergiftung mit Cadmium bekannt geworden. Als weitere chronische Schäden sind Störungen der Nierenfunktion bekannt. Das Gefäßsystem und die Blutbildung können ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Wirkungsschwelle für eine orale Vergiftung (Gastroenteritis mit Erbrechen und Durchfall) liegt bei etwa 15 mg/L im Trinkwasser oder anderen Getränken. Todesfälle werden nach der Aufnahme von etwa 30 bis 40 mg/L beschrieben. Die Konzentration von Cadmium im vom Wasserwerk abgegebenen Trinkwasser liegt in Deutschland in der Regel im untersten mg/L-Bereich. Kontaminationen im Trinkwasser können von Cadmiumsverunreinigungen in verzinkten Rohren oder von cadmiumhaltigen Lötstellen unter anderem in Wasserboilern und Entnahmevorrichtungen herrühren.

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Calcitlösekapazität
Die Calcitlösekapazität ist ein Maß für die Korrosivität eines Wassers. Sie wird nicht direkt gemessen, sondern aus einer Reihe anderer Parameter wie pH-Wert, Calcium, Magnesium, Sulfat, Säurekapazität, Temperatur und elektrischer Leitfähigkeit berechnet.

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Chlor
Chlor ist das klassische Desinfektionsmittel in der Trinkwasseraufbereitung. Es wird in der Regel entweder in Form von Chlorgas oder Natriumhypochlorit (Chlorbleichlauge) dem zu desinfizierenden Wasser zudosiert. Damit es in ausreichender Form wirkt, muss eine bestimmte Mindestmenge dazugegeben werden und es muss eine ausreichende Einwirkungszeit haben. Weiterhin darf eine Höchstgrenze nicht überschritten werden, um die nachteiligen Folgen wie die Bildung von Desinfektionsmittelnebenprodukten (z. B. Trihalogenmethane) und Geruchsbelästigungen zu minimieren. Im Verordnungstext der Trinkwasserverordnung selbst ist kein Chlorgrenzwert angegeben. Der untere Mindestgrenzwert von 0,1 mg/L (als frei wirksames Chlor) und der obere Grenzwert von 0,3 mg/L ist in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt enthalten, die vom Umweltbundesamt geführt und fortgeschrieben wird. In besonderen Ausnahmefällen, wenn die Desinfektion anders nicht gewährleistet werden kann oder wenn sie zeitweise durch Ammonium beeinträchtigt wird, dürfen bis zu 0,6 mg/L frei wirksames Chlor zugegeben werden.

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Chlordioxid
Chlordioxid hat gegenüber dem Chlor als Desinfektionsmittel einige Vorteile. Es erfolgt keine Trihalogenmethanbildung und evtl. Geruchsbelästigungen fallen wesentlich geringer aus. Es kann sogar einige Geruchs- oder Geschmacksstoffe so verändern, das sie organoleptisch anschließend nicht mehr wahrgenommen werden. Allerdings ist die Anwendung aufwändiger. Chlordioxid muss vor Ort aus Chlorgas und Natriumchlorit oder aus Salzsäure und Natriumchlorit hergestellt werden. Im Verordnungstext der Trinkwasserverordnung ist kein Chlordioxidgrenzwert angegeben. Der untere Mindestgrenzwert von 0,05 mg/L und der obere Grenzwert von 0,2 mg/L ist in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt enthalten, die vom Umweltbundesamt geführt und fortgeschrieben wird.

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Chlorid
Chlorid ist Bestandteil des allgemein bekannten Kochsalzes (Natriumchlorid). Erhöhte Chloridgehalte im Trinkwasser sind in der Regel nicht gesundheitsschädlich. Sie können sich aber je nach dem Gehalt anderer Wasserinhaltsstoffe geschmacklich sehr stark auswirken. Ein salziger Geschmack tritt bei Natriumchlorid etwa um 280 mg/L Chlorid, bei Calciumchlorid etwa bei 245 mg/L Chlorid und bei Magnesiumchlorid sogar schon etwa bei 35 mg/L Chlorid auf. Von weiterer Bedeutung ist das Chlorid für das Korrosionsverhalten eines Trinkwassers. Da hier aber viele andere Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen, sind genauere Konzentrationsangaben nicht möglich. Es sind aber schon Fälle beobachtet worden, wo es bei Chloridkonzentrationen zwischen 150 mg/L und 200 mg/L Chlorid zu Korrosionserscheinungen gekommen ist. In bestimmten Fällen kann Chlorid ein Indikator für die Salzbelastung eines Grundwassers sein und eventuell einen Hinweis auf Abwasser- oder Streusalzeinflüsse geben. Unbelastete Grundwässer weisen häufig Chloridgehalte von weniger als 20 bis 30 mg/L auf.

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Chrom
Chrom gehört zu den häufigsten Elementen in der Natur und kommt fast nur in Verbindungen vor. Für den Menschen stellt Chrom ein essenzielles Spurenelement dar, wobei der Tagesbedarf etwa 0,05 mg beträgt. Das Chrom liegt überwiegend als Chrom (III) vor, während Chrom (VI) nur einen geringen Teil am Gesamtchrom ausmacht. Während gesundheitliche Schäden durch Chrom (III) nicht bekannt sind, wird Chrom (VI) als toxisch betrachtet, wobei die Giftwirkung des sechswertigen Chroms etwa hundertmal stärker ist als die des dreiwertigen. Die Bewertung der chronischen oralen Toxizität und des krebserregenden Potenzials des Chroms (VI) ist strittig, da das Chrom (VI) nach der Aufnahme bereits im Speichel, in der Lungenflüssigkeit, in der Magensäure und den Hautzellen oder spätestens im Blut zum größten Teil in das nicht krebserregende Chrom (III) umgewandelt wird. Chrom wird sehr häufig zur Veredelung von Trinkwasserarmaturen verwendet. Hier kann es bei Standzeiten von mehr als 30 Minuten zum Herauslösen von Nickel aus den verchromten Armaturen kommen. Bei empfindlichen Personen beobachtet man mitunter Hautreaktionen siehe auch die Hinweise beim Nickel.

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Cyanid
Normalerweise ist im Trinkwasser nicht mit Cyanid zu rechnen. Die Salze der Blausäure werden in vielen industriellen Prozessen verwendet, wie zum Beispiel zur Produktion von Stahl zum Galvanisieren und bei der Cyanidlaugerei (Gold- und Silbergewinnungsverfahren). Sie fallen als unerwünschte Nebenprodukte zum Beispiel bei der Verkokung von Steinkohle oder bei der Verhüttung von Eisenerz im Hochofen an. Durch einige dieser Prozesse können Luft und Wasser kontaminiert werden. Da Cyanid eine starke Giftwirkung auf Fische und Plankton ausüben kann, wird es zu den stark wassergefährdenden Stoffen gerechnet. In normalen pH-Bereichen unter pH 8 kommt Cyanid bis auf einen vernachlässigbar kleinen Cyanidgehalt als Cyanwasserstoffsäure (HCN) vor. Beim Menschen führt eine zu hohe orale Aufnahme zu einer Blockierung der Veratmung des Sauerstoffs und damit zum inneren Erstickungstod. Bei chronischen Vergiftungserscheinungen sind Schädigungen des zentralen Nervensystems, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Reproduktionsschäden und toxische Wirkungen auf Niere und Nebenniere von Belang.

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1,2-Dichlorethan
Bei der Auswahl von Vertretern der Stoffgruppe der sogenannten chlorierten Kohlenwasserstoffe hat es im Vergleich zur alten Trinkwasserverordnung in der neuen Trinkwasserverordnung erhebliche Veränderungen gegeben. Aus der Gruppe der organischen Chlorverbindungen sind drei Substanzen gestrichen worden. Hintergrund ist neben der toxikologischen auch eine neue Bewertung einer möglichen Trinkwasserrelevanz der entsprechenden Verbindungen. Eine der neu hinzugekommen Verbindungen ist das 1,2-Dichlorethan. Bei vielen organischen Chlorverbindungen besteht ein Verdacht auf krebserregende Eigenschaften. Daher ist beabsichtigt, durch entsprechende Trinkwassergrenzwerte eine möglichst geringe Belastung und einen sorgfältigen Umgang mit diesen Stoffen zu erreichen. 1,2-Dichlorethan wird diesbezüglich als gefährdend eingestuft.

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Eisen
Nach dem Sauerstoff, dem Silicium und dem Aluminium hat das Eisen seiner Masse nach den größten Anteil am Aufbau der Erdkruste. Je nach den Milieubedingungen im Grundwasser kommt Eisen in kaum nachweisbaren Konzentrationen bis zu Gehalten von vielen mg/L vor. Eisen ist im Trinkwasser zwar nicht gesundheitsgefährdend, hat aber allgemein unangenehme Auswirkungen (z. B. Verfärbung bzw. Trübung des Wassers, Wäscheflecken, Ausfällungen, Ablagerungen und Rohrverengungen unter Mitwirkung von Eisenbakterien, Brunnenverockerungen, Rostbildung, Wiederverkeimungsgefahr im Rohrnetz). Schon Eisengehalte von 0,2 bis 0,3 mg/L machen sich durch einen metallischen, adstringierenden oder sogar tintigen Geschmack bemerkbar. Aus diesen Gründen ist eine Enteisenung entsprechender Wässer eine der wichtigsten Aufgaben der Trinkwasseraufbereitung, auch wenn Eisen ein essenzielles Element für den menschlichen Organismus darstellt.

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Elektrische Leitfähigkeit
Die Leitfähigkeit eines Wassers steht im Zusammenhang mit dem Gehalt an Ionen und anorganischen Wasserinhaltsstoffen. Sie stellt einen Summenparameter dar, der bis zu einem gewissen Grad eine annähernde Aussage zur Gesamtmineralisation eines Wassers zulässt. Gering mineralisierte Wässer aus silicatreichen bzw. carbonat- und sulfatarmen Gesteinen weisen meist eine Leitfähigkeit von 50 - 250 µS/cm auf. Wässer carbonatreicher Gesteine liegen bei etwa 350 - 600 µS/cm, sog. Gipswässer bei etwa 900 - 2.500 µS/cm. Während Schadstoffe durch die Leitfähigkeit nur in sehr seltenen Ausnahmefällen angezeigt werden, gibt die Leitfähigkeit in der regelmäßigen Trinkwasserkontrolle einen guten Überblick über bestimmte Mischwasserverhältnisse und über Schwankungen und Veränderungen der Wasserzusammensetzung, die auf anorganische Wasserinhaltsstoffe (Salze aller Art) zurückzuführen sind. Treten merkliche Veränderungen auf, können diese meist zuerst durch die Veränderung der Leitfähigkeit festgestellt werden. Die Leitfähigkeitsmessung kann aber keine zusätzlichen Untersuchungen ersetzen. Wer sich jedoch mit der vergleichenden Leitfähigkeitsmessung auskennt, kann mit diesen Messwerten relativ viel anfangen. Früher wurde die elektrische Leitfähigkeit bei einer Temperatur von 25°C angegeben. Will man die früheren Messwerte mit denen nach der neuen Trinkwasserverordnung vergleichen, so muss man die früheren Messwerte bei 25 °C durch 1,12 dividieren, um die bei 20 °C zu erhalten.

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Epichlorhydrin
Epichlorhydrin dient als Monomer zur Herstellung von Epoxidharzen. Epoxidharze werden zur werkseitigen Beschichtung von Behältern und Rohrleitungen aus Metall eingesetzt. Auch bei der baustellenseitigen Sanierung von Rohrleitungen finden Epoxidharze zum Verkleben eingebrachter Kunststoffschläuche oder als Beschichtungsmaterial Anwendung. Epichlorhydrin braucht im Trinkwasser nicht untersucht zu werden. Bei der KTW-Prüfung von Epoxidharzmaterialien für den Trinkwasserbereich entsprechend der Leitlinie des Umweltbundesamtes muss es jedoch untersucht werden. Dabei wird geprüft, ob die verwendeten Epoxidharze ein mikrobielles Wachstum oder Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigungen mit sich bringen. Hier kommt es in jüngster Zeit bei der Innensanierung von metallischen Rohren in der Hausinstallation immer wieder zu Streitigkeiten wegen der Zulassung dieser Beschichtungen im Trinkwasserbereich, die auch die Gerichte beschäftigen.

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Färbung
Die Färbung bezieht sich in der Trinkwasserverordnung auf den spektralen Absorptionskoeffizienten bei 436 nm (Angabe der Wellenlänge des entsprechenden Lichtes). Eine Färbung kann bei Trinkwässern sowohl auf Abwässer als auch auf natürliche Inhaltsstoffe (z. B. Huminstoffe) hindeuten. Die bei 436 nm liegenden Gelbfärbungen des Trinkwassers lassen sich mit dem menschlichen Auge bei mehreren Zentimetern Schichtdicke erfahrungsgemäß ab Messwerten von etwa 2 m-1 erkennen. Huminstoffhaltige Wässer mit einer Färbung (spektraler Absorptionskoeffizient) von 2 bis 5 m-1 erscheinen schon deutlich gelbbraun gefärbt. Abwasser mit Messwerten von über 5 m-1 weisen einen kräftig gelbbraunen Farbton auf. Häufig besteht in der Praxis ein Zusammenhang zwischen dem gelösten organisch gebundenen Kohlenstoff und der Färbung des Wassers.

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Fluorid
Fluorid ist in seinen Verbindungen in der Natur weit verbreitet. Es ist daher in allen Wässern - wenn auch in sehr unterschiedlichen Konzentrationen - zu finden. Allerdings sind Gehalte von über 0,5 mg/L in Grundwässern relativ selten. Fluorid ist seit geraumer Zeit wegen seiner kariesmindernden Wirkung in der Diskussion. In verschiedenen Staaten werden auch Trinkwasserfluoridierungen zur Kariesprophylaxe versuchsweise oder dauernd angewandt. Dies wird in Deutschland aus verschiedenen Gründen aber abgelehnt. Dabei ist der Grundsatz von Bedeutung, Zusätze zum Trinkwasser so weit als möglich zu unterbinden. Zu hohe Fluoridgehalte im Trinkwasser sollen das Auftreten von weiß bis gelblichbraun gesprenkelten Zähnen während der Schmelzbildung bewirkt haben.

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Geruchsschwellenwert
Ein eventueller Geruch kann nicht nur die Güte und Appetitlichkeit des Trinkwassers beeinträchtigen, sondern unter Umständen auch auf eine Trinkwasserverunreinigung hindeuten. Geruchsbildende Stoffe natürlichen Ursprungs sind beispielsweise Schwefelwasserstoff, Huminstoffe und Eisen. Durch menschliche Einflüsse verursachte geruchsbildende Stoffe können zum Beispiel Phenole, Mineralölprodukte, ein erhöhter Kochsalzgehalt, Kaliablaugen, Chlor und Lösemittel sein. Da es sich beim Geruch um eine Sinneswahrnehmung handelt, ist diese bei verschiedenen Personen verschieden stark ausgeprägt. Dabei spielen die persönlichen Erfahrungen und Erwartungen des Einzelnen eine sehr große Rolle. Der Geruchssinn empfindlicher Personen ist manchmal in der Lage, Stoffe wahrzunehmen, die in dieser Konzentration analytisch noch nicht erfassbar sind. Aufgrund verschiedener chemisch-physikalischer Vorgänge ist der Geruch von der Wassertemperatur abhängig. Für die Messung des Geruchsschwellenwertes wurden deshalb auch zwei Messtemperaturen festgelegt (12 °C und 25 °C). Manchmal gibt es auch Fälle, in denen ein Geruch des Trinkwassers erst bei noch höheren Temperaturen wahrgenommen wird. Der Geruchsschwellenwert für geruchsfreies Wasser ist 1. Für einen normal empfindenden Menschen ist ein unangenehmer Geruch auf jeden Fall ein Warnhinweis und wird ihn vom Genuss eines Wassers oder eines anderen Lebensmittels abhalten. Bei gechlortem Wasser schreibt die DIN-Vorschrift vor, dass die Probe vor der Analyse mit Natriumthiosulfat versetzt werden muss. Dabei wird das Chlor unwirksam gemacht. Dann kann es dazu kommen, dass die Verbraucher einen deutlichen Chlorgeruch wahrnehmen, in der offiziellen Analyse dieses Wassers aber kein Geruch angegeben wird. Über den Sinn dieser Vorschrift kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Da die Bestimmung des Geruchsschwellenwertes mit dem Geruchssinn des Menschen durchgeführt wird, ist sie auf jeden Fall subjektiv. Dennoch ist eine solche subjektive Bestimmung oft besser als gar keine, auch wenn dies anschließend zu Diskussionen führen sollte.

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Gesamt organisch gebundener Kohlenstoff
Der gesamte organisch gebundene Kohlenstoff (TOC) ist ein allgemeiner Summenparameter für die Belastung eines Wassers mit organischen Stoffen. Hierzu gehören alle gelösten und nicht gelösten organischen Kohlenstoffverbindungen, nicht jedoch die Kohlensäure und ihre Salze. Als Summenparameter sagt er nichts über die gesundheitliche Relevanz der erfassten Stoffe aus. Er kann sowohl Hinweise auf vom Menschen eingetragene Schadstoffe als auch auf geogen bedingte Substanzen wie Huminstoffe (z. B. in Moorwässern) geben. In Trinkwasseraufbereitungsanlagen können die Messwerte eine Aussage zur Wirksamkeit der Anlage machen. Erhöhte Gehalte sollten auf jeden Fall Anlass für genauere Untersuchungen sein. In unbelasteten Trinkwässern liegen die TOC-Gehalte meist unter 0,5 mg/L. Sie können aber auch durchaus auf bis zu 2 mg/L ansteigen. Erhöhte TOC-Gehalte sind im Trinkwasser unerwünscht, da sie zu einem vermehrten Mikroorganismenwachstum führen können oder für die verstärkte Bildung von Nebenprodukten bei der Trinkwasserdesinfektion (z. B. Trihalogenmethane) verantwortlich sein können. In der Trinkwasserverordnung ist kein Zahlenwert als Grenzwert angegeben. Es dürfen aber keine anormalen Veränderungen auftreten. Für die Bewertung metallischer Werkstoffe in der Hausinstallation nach DIN 50930 Teil 6 ist der TOC aber von Bedeutung.

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Gesamtrichtdosis
Bei der Gesamtrichtdosis sind alle natürlichen und künstlichen radioaktiven Stoffe zu berücksichtigen, die über das Trinkwasser aufgenommen werden können.

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Geschmack
Ähnlich wie der Geruch ist auch der Geschmack eine Sinneswahrnehmung des Menschen. Die Anforderung, dass der Geschmack für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung sein soll, ist so weit gefasst, dass sie nur sehr schwer prüfbar sein wird. Es wird kaum nachvollziehbar sein, ob und wann der Grenzwert eingehalten oder überschritten wird. Der Bezug auf den Verbraucher als den Entscheidungsträger verhindert eine objektivierte Beurteilung durch ein entsprechend geschultes Personal eines Laboratoriums. Verbraucherreaktionen bei entsprechenden Meldungen in den Medien sind vorgekommen und auch weiterhin zu erwarten. Ein zahlenmäßiger Grenzwert ist in der Trinkwasserverordnung nicht angegeben. Es heißt lediglich: „für den Verbraucher annehmbar und ohne anormale Veränderung“.

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Härte (Calcium und Magnesium)
Der Gehalt eines Wassers an Calcium- und Magnesium-Ionen wird als Gesamthärte oder einfach als Härte bezeichnet. In Analysenberichten zum Wasser kann man hierzu auch den Begriff „Summe der Erdalkalien“ lesen. Die Härte eines Wassers ist sehr stark davon abhängig, aus welchem geologischen Untergrund es stammt und wie lange das Wasser Zeit hatte, Mineralien aus dem Untergrund aufzunehmen. In Gegenden mit Granit, Gneis oder Sandstein ist das Wasser meist sehr weich. In Gegenden mit Kalk- oder Gipsuntergrund kann das Wasser dagegen sehr hart sein. Durch die fortgeschrittene Technisierung in den Haushalten wird ein großer Teil des Trinkwassers für Zwecke genutzt, für die eine zu große Härte von Nachteil ist. So kann es beim Erwärmen eines harten Wassers zu Kalkablagerungen und zur Bildung des sogenannten „Kesselsteins“ kommen. Hält man die Warmwassertemperaturen unter 60 °C, so ist dieses Problem deutlich geringer. Aus hygienischen Gründen sind jedoch deutlich höhere Temperaturen erwünscht (Stichwort Legionellen-Problematik). Sind die im Haushalt verwendeten Wässer weicher, so kommt man auch mit weniger Waschmitteln aus. Nach dem Waschmittelgesetz (§ 9) sind die Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, die Wasserhärte wenigstens einmal pro Jahr in Form des Härtebereiches zu veröffentlichen. Ist das Wasser weicher, werden auch weniger Seife und Salz für die Regenerierung von Ionenaustauschern (z. B. in Spülmaschinen) benötigt. Bei steigender Härte des Wassers führen diese Stoffe auch zu einer steigenden Belastung des Abwassers. Bekanntlich leidet das Aroma von Kaffee, Tee und Kakao bei zu hoher Wasserhärte. Beim schwarzen Tee fallen die Gerbstoffe z. T. als Kalksalze aus. Weiterhin ist störend, dass Hülsenfrüchte beim Kochen in hartem Wasser nicht weich werden, weil die Pektinstoffe der Zellwände mit Calcium unlösliche Verbindungen eingehen. Verdaulichkeit und Ausnutzung der Nahrung werden hierdurch aber nicht beeinflusst, da die Hülsen zerkaut werden oder beim Kochen platzen. Zur Zubereitung des Kaffees eignet sich am besten ein Wasser mit 8 - 10 °dH (z. B. Bodenseewasser). Bei weicherem Wasser tritt die Säure des Kaffees zu stark hervor. Es empfiehlt sich dann ein Zusatz von etwas Kochsalz. Bei zu hoher Härte bilden die Calcium- und Magnesium-Ionen des Wassers mit Chlorogensäure Niederschläge oder Häutchen. Hier empfiehlt sich eine Enthärtung durch Zugabe von Natriumhydrogencarbonat. Gelegentlich kann bei Zusatz von Milch eine Gerinnung eintreten, bei der das Casein der Milch ausflockt, insbesondere bei niedrigen pH-Werten, hoher Konzentration an Calciumionen und hohen Temperaturen. Zur Entwicklung seines Aromas braucht Tee besonders weiches Wasser, möglichst unter 12 °dH. Wasser mit über 22 °dH gilt als ungeeignet. Nach dem Verhalten des Wassers beim Kochen unterteilt man die Gesamthärte in die für den Verbraucher wichtigere Carbonathärte (auch temporäre Härte genannt) und die Nicht-Carbonathärte (auch permanente Härte genannt). Beim Kochen reagieren nur die Hydrogencarbonate des Calciums und Magnesiums zu schwerlöslichen Carbonaten, die als „Kesselstein“ ausgeschieden werden. Kalkablagerungen bilden sich normalerweise im Heißwasserbereich, wenn Wasser auf über 60 °C erhitzt wird. Warmwasserleitungen, Duschen, insbesondere aber Heißwassergeräte wie Kaffeemaschinen und Wasserkessel (daher das Wort „Kesselstein“) können verkalken und sich evtl. zusetzen oder sogar zerstört werden. Im Kaltwasserbereich kommt es dagegen nur bei sehr harten Wässern und in Sonderfällen zu Kalkabscheidungen. Diese Bildung von Kalkablagerungen kann durch Ionenaustauscher und/oder Dosiergeräte vermindert werden. Eine Beeinflussung der Härtebildner des Wassers ist bis etwa 15 °dH unnötig, bis etwa 20 °dH unrentabel und erst über 20 °dH sowohl sinnvoll als auch rentabel. Aufgrund der technisch nachteiligen und sonstigen Eigenschaften härteren Wassers sind viele Verbraucher bestrebt, ein weicheres Wasser zu erhalten. Entweder installieren sie in den Haushalten Trinkwassernachbehandlungsanlagen oder sie versuchen, die Wasserversorgungsunternehmen dazu zu bewegen, zentrale Enthärtungsanlagen zu bauen. Generell empfiehlt sich die Prüfung einer zentralen Enthärtung ab etwa 21°dH. Sind bereits die baulichen Voraussetzungen für andere Aufbereitungsverfahren vorhanden, so kann eine zentrale Enthärtung auch schon ab etwa 17°dH sinnvoll sein. Der mit einer zentralen Enthärtung verbundene Aufwand lohnt meist nur dann, wenn die Enthärtung wenigstens um 5,6 °dH verringert wird. Es gibt aber auch Ausnahmefälle, in denen sich bereits eine geringere Enthärtung lohnt. Die Thematik ist allerdings so komplex, dass derartige Prüfungen nur von Fachleuten durchgeführt werden sollten. Für die Härte selbst gibt es keinen Grenzwert in der Trinkwasserverordnung. Aber nach § 14 Abs. 1 muss das Trinkwasser, von dem mehr als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens einmal pro Jahr, und von dem weniger als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens alle drei Jahre einmal auf die Härtebildner Calcium und Magnesium untersucht werden. Für die Bewertung metallischer Werkstoffe in der Hausinstallation nach DIN 50930 Teil 6 ist der Calciumgehalt von Bedeutung.

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Kalium
Kalium kommt praktisch in allen Wässern vor. Auf der einen Seite ist es ein wichtiges Element für den menschlichen Körper (Kaliummangel bewirkt Appetitverlust, Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen), auf der anderen Seite kann Kaliumüberschuss zu Muskelkrämpfen führen. In der Trinkwasseraufbereitung finden einige Kaliumsalze Verwendung. Erhöhte Kaliumgehalte, die nicht geogen bedingt sind, deuten häufig auf eine Beeinflussung durch Kaliabwässer hin. Ist der Kaliumgehalt höher als der Natriumgehalt, könnte eine fäkale Verunreinigung die Ursache sein. Die Trinkwasserverordnung gibt keinen Grenzwert an. Aber nach § 14 Abs. 1 muss das Trinkwasser, von dem mehr als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens einmal pro Jahr, und von dem weniger als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens alle drei Jahre einmal untersucht werden.

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Kupfer
Kupfer kommt natürlicherweise nur in geringen Mengen im Wasser vor. Erhöhte Kupfergehalte beruhen nahezu ausschließlich auf der Verwendung von Kupferrohren in der Hausinstallation. Einerseits ist Kupfer ein essenzielles Spurenelement für den Menschen, andererseits kann es erhebliche gesundheitliche Störungen hervorrufen. Ein erhöhter Kupfergehalt macht sich bereits geschmacklich bemerkbar. Bei mehr als 3 mg/L kann es kurzfristig auch zu Magen-/Darmbeschwerden kommen. Für Kleinkinder kann schon ein Kupfergehalt von 0,8 mg/L unverträglich sein. Ab 1 mg/L kann es zusätzlich zur Fleckenbildung auf der Wäsche durch Ablagerung von Kupferverbindungen (häufig grünliche Kupferpatina) kommen. Höhere Werte, vor allem über 5 mg/L, verursachen eine Färbung des Wassers und einen Bittergeschmack. Die Untersuchung im Rahmen der Überwachung nach § 19 Abs. 7 der Trinkwasserverordnung ist nur dann erforderlich, wenn der pH-Wert im Versorgungsgebiet kleiner als 7,4 ist. Für Kupfer in den Hausinstallationen gibt es hinsichtlich der Probenahme und der Bewertung vom Umweltbundesamt besondere Empfehlungen, die je nach Fragestellung auch berücksichtigt werden sollten. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat hierzu die Broschüre Probenahme in der Hausinstallation für die chemische Untersuchung herausgegeben, die sehr lesenswert ist. Kommen in einem bestimmten Versorgungsgebiet flächendeckend stark erhöhte Kupfergehalte, z. B. in harten, sauren Trinkwässern mit einem hohen Gehalt an natürlichen organischen Wasserinhaltsstoffen und nicht – oder nicht mehr normgerechten alten Kupferinstallationen, vor, so kann eine Teilenthärtung eine Minderung der Kupferprobleme bringen. In solchen Fällen ist es empfehlenswert, mit dem Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen, da es ab einer Mindestzahl betroffener Haushalte sinnvoll sein kann, zusammen mit dem örtlichen Wasserversorgungsunternehmen eine Verbraucherfreundliche Lösung zu finden.

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Mangan
Mangan ist in der Natur häufig mit dem Eisen vergesellschaftet, wobei fast überall der Mangangehalt niedriger ist als der Eisengehalt. Mangan ist relativ ungiftig und ein wichtiges Element für den menschlichen Organismus. Manganmangel ist häufiger die Ursache von Erkrankungen als eine Manganvergiftung. Das Vorkommen von Mangan im Trinkwasser ist zwar gesundheitlich unbedenklich, jedoch beeinträchtigt es das Trinkwasser in ähnlicher Form wie das Eisen. Es verschlechtert den Geschmack ab etwa 0,5 mg/L, verursacht Flecken auf der Wäsche, bildet Trübungen und führt zu Ausfällungen (Verockerung) in Rohrleitungen oder Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Grenzwerte im Trinkwasser sind dementsprechend nicht wegen seiner gesundheitlichen Bedeutung sondern wegen seiner Störungen erforderlich.

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Natrium
Natrium kommt praktisch in allen Wässern vor, da Natriumsalze eine hohe Wasserlöslichkeit besitzen. In anthropogen bzw. industriell beeinflussten Oberflächenwässern ist häufig mit erhöhten Natriumgehalten zu rechnen. Dem Natrium, welches normalerweise vom Menschen hauptsächlich als Kochsalz aufgenommen wird, schreibt man verschiedene Krankheitssymptome zu (Bluthochdruck, Ödeme, Nierenerkrankungen). Geschmacklich macht sich Natrium in Abhängigkeit von anderen Trinkwasserinhaltsstoffen und der Wassertemperatur häufig ab etwa 200 mg/L bemerkbar, wobei allerdings auch deutlich niedrigere Geschmacksschwellenkonzentrationen auftreten können.

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Nickel
Nickel wird aus verschiedenen Mineralien gewonnen und als Reinmetall oder für Legierungen genutzt. Bekannte Anwendungen sind die Galvanotechnik, Nickel-Cadmium-Akkumulatoren, Nickelpigmente für Farben, Lacke und Kunststoffe sowie Nickel als Hydrierungskatalysator in der Lebensmittelindustrie bei der Speisefett- und Speiseölherstellung. Die natürlichen Nickelgehalte in Gewässern und Grundwässern sind gering. Die gesundheitliche Bewertung von Nickel im Trinkwasser ist derzeit noch problematisch. Einerseits deuten Untersuchungen auf seinen Charakter als essenzielles Spurenelement hin, andererseits wird vielfach auf seine Toxizität - insbesondere seine Cancerogenität - hingewiesen, die vor allem beim Umgang mit Nickelverbindungen oder beim Einatmen von Nickelstäuben bzw. Nickelcarbonyldämpfen im industriellen Bereich bekannt wurden. Beziehungen zwischen einer oralen Nickelaufnahme und Krebserkrankungen ergaben sich bisher nicht. Nickel kann aber auch aus verchromten Armaturen (Wasserhähne usw.) herausgelöst werden. Deshalb sollte Trinkwasser, das länger als 30 Minuten in verchromten Armaturen gestanden ist (die betreffende Menge beträgt meistens bis zu einem viertel Liter), nicht von Personen, die empfindlich auf Nickel reagieren, zum Zubereiten von Getränken und Suppen, zum Händewaschen oder zur sonstigen Körperpflege verwendet werden. Solches Wasser kann viel Nickel enthalten und bei den genannten Personen (in Deutschland etwa ein Sechstel der Bevölkerung) zu Hautreaktionen führen. Zur Probenahme siehe auch die Hinweise beim Stichwort Kupfer.

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Nitrat
Der Nitratgehalt unbelasteten Grundwassers liegt meist unter 10 - 15 mg/L. Ursachen für hohe Nitratgehalte im Grundwasser sind Störungen einer ausgeglichenen Stickstoffdynamik im Boden durch Bevorzugung des Nitrifikationsprozesses, eine nicht ausreichende Aufnahme des im Boden vorhandenen oder gebildeten Nitrats durch die Pflanzen oder ein zu hoher Stickstoff- bzw. Nitrat-Eintrag in den Boden. Nitrat selbst ist auch in höheren Konzentrationen nicht toxisch. Die Gefahr wird in der mikrobiologischen Reduktion zum Nitrit im Körper gesehen. Bei Säuglingen kann Nitrit durch Resorption im oberen Darmabschnitt in die Blutbahn gelangen und eine Methämoglobinämie hervorrufen. Es kommt dann zu inneren Erstickungserscheinungen (Blausucht). Diese Gefahr besteht beim Erwachsenen kaum. Dafür wird bei ihm eine mögliche Bildung von N-Nitrosoverbindungen kritisch beurteilt, zumal diese Verbindungen im Tierversuch cancerogene, teratogene und mutagene Wirkungen gezeigt haben.

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Nitrit
Die Nitritgehalte unbelasteter Wässer liegen meist im Bereich von 0,01 mg/L und darunter. Ein Nitritgehalt von mehr als 0,1 mg/L bei gleichzeitiger Anwesenheit von Ammonium ist als Anzeichen für eine Wasserverunreinigung zu bewerten. Als Zwischenprodukt beim mikrobiellen Stickstoffabbau kann es als chemi¬scher Indikator einen Hinweis für mögliche fäkale Verunreinigungen des Trinkwassers geben. Gering erhöhte Nitritgehalte können auch durch aerobe Nitrifikation bei der natürlichen Zersetzung pflanzlicher Substanzen und im Grundwasser bei der anaeroben Denitrifikation von Nitrat vorkommen. Nitrit kann auch durch eine Nitratreduktion in verzinkten Rohrleitungen entstehen, vor allem bei längeren Stillstandszeiten. Somit muss der Nitritgehalt eines Trinkwassers meist im Zusammenhang mit anderen Trinkwasserinhaltsstoffen beurteilt werden. Die gesundheitliche Bedeutung des Nitrits wurde bereits beim Nitrat besprochen.

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Oxidierbarkeit
Die Oxidierbarkeit dient ähnlich wie der TOC als Summenparameter als Maß für die organische Stoffbelastung eines Wassers. Reine Quell- und Grundwässer weisen meist eine Oxidierbarkeit von 1 bis 2 mg/L (angegeben als Sauerstoff) und weniger auf. Reine Oberflächenwässer liegen häufig zwischen 2 und 3 mg/L, mäßig verunreinigte Flüsse zwischen 5 und 9 mg/L, stark verunreinigte Flüsse zwischen 25 und 40 mg/L. Manchmal gibt es auch huminstoffhaltige Grundwässer mit einer Oxidierbarkeit von über 25 mg/L. Die Oxidierbarkeit gibt häufig einen ersten Hinweis auf eine Trinkwasserbelastung mit organischen Stoffen, die u. U. auch oxidative Trinkwasseraufbereitungsverfahren behindern bzw. stören können. Dies ist vor allem bei der Trinkwasserdesinfektion von Bedeutung, bei der auch Trihalogenmethane (THM) entstehen können.

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Ozon
Ozon ist unter Normalbedingungen ein stechend riechendes, äußerst giftiges Gas. Es ist ein starkes Oxidationsmittel und wird in der Trinkwasseraufbereitung zur Oxidation und Desinfektion verwendet. Es tötet Bakterien und inaktiviert Viren wesentlich schneller als Chlor. Die Oxidationsprodukte organischer Wasserinhaltsstoffe sind oft Aldehyde, Ketone und Carbonsäuren. Werden die Oxidationsprodukte nicht aus dem Wasser herausgefiltert, neigen so behandelte Wässer vor allem in größeren Verteilungsnetzen mit langen Aufenthaltszeiten des Wassers zur Wiederverkeimung. Ozon kann zur Enteisenung und Entmanganung eingesetzt werden. Nitrit wird durch Ozon zum Nitrat, Schwefelwasserstoff zum Sulfat, Bromid zum Bromat. Im Verordnungstext der Trinkwasserverordnung ist kein Ozongrenzwert angegeben. Der Grenzwert von 0,05 mg/L ist in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt enthalten, die vom Umweltbundesamt geführt und fortgeschrieben wird.

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Pflanschutzmittel und Biozidprodukte
Bei den Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten handelt es sich um eine für die Trinkwasserbeurteilung sehr kritische Stoffgruppe. Dies liegt u. a. daran, dass für einen Teil der rund 300 durch die Biologische Bundesanstalt im Einvernehmen mit dem Umweltbundesamt und dem Bundesgesundheitsamt zugelassenen Pflanzenschutzmittelwirkstoffe zur Zeit immer noch keine ausreichenden Analysenvorschriften zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist für eine Anzahl der schon nicht mehr zugelassenen Verbindungen - oder solcher, die in der Bundesrepublik Deutschland keine Zulassung hatten - in vielen Fällen überhaupt keine Vorschrift vorhanden. Somit betreffen Analysenergebnisse zu diesen Stoffen, zu denen beispielsweise das Atrazin und sein Abbauprodukt Desethylatrazin gehö¬ren, ebenfalls nur eine kleine Auswahl aus einer Vielzahl möglicher Stoffe. Nach Einschätzung nahezu aller Toxikologen sind die meisten Pflanzenschutzmittelwirkstoffe im Bereich von 0,0001 bis 0,001 mg/L nicht als Gesundheitsrisiko zu bewerten. Dies führte auch dazu, dass vorübergehende Grenzwertüberschreitungen bei der Sanierung verunreinigter Wasservorkommen von den zuständigen Behörden je nach den örtlichen Gegebenheiten toleriert werden. Insgesamt besteht bei Überschreitungen der sehr niedrig angesetzten Grenzwerte dennoch Handlungsbedarf, da nach allgemein übereinstimmender Ansicht diese Stoffe nicht ins Trinkwasser gehören, auch wenn sie noch kein nachweisliches Gesundheitsrisiko darstellen. Da es in Deutschland keine einheitliche Liste für die zu untersuchenden Stoffe gibt, sind die Untersuchungsumfänge bei den Pflanzenschutzmitteln und Biozidprodukten je nach Region und Untersuchungsinstitut mehr oder weniger verschieden.

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Phosphor
Da der Phosphorgehalt unbelasteter Grundwässer meist sehr gering ist, werden merkliche (etwa ab 0,1 bis 0,2 mg/L) Phosphorgehalte (als Phosphat) bei nicht phosphatierten Trinkwässern als Indikator für Verunreinigungen mit Abwässern verschiedener Herkunft angesehen. Eine gesundheitliche Gefährdung kann in diesen Größenordnungen ausgeschlossen werden, zumal Phosphor ein wesentliches Element für den menschlichen Organismus darstellt. Im Trinkwasserbereich wurde und wird Phosphor in Form verschiedener Mono- und Polyphosphate eingesetzt, um Korrosionserscheinungen oder Kalkausfällungen im Leitungsnetz zu vermindern. Auf diese Anwendungen ist auch der relativ hohe Phosphorgrenzwert zurückzuführen. Aufgrund der Wirkungen des Phosphors auf die Gewässer (Eutrophierung) sollte der Phosphorgrenzwert nicht überschritten werden. In jüngster Zeit werden immer mehr Trinkwasseraufbereitungsanlagen errichtet, die eine Phosphatierung zu Korrosionsschutzzwecken weitgehend überflüssig machen, sodass in Zukunft von der Installation einer Phosphatierungsanlage bis auf begründete Ausnahmefälle abgesehen werden sollte. Im Verordnungstext der Trinkwasserverordnung ist kein Grenzwert genannt. Der Grenzwert von 6,7 mg/L PO4 (als Phosphat) oder 5 mg/L P2O5 (als Polyphosphat) ist in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt enthalten, die vom Umweltbundesamt geführt und fortgeschrieben wird.

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pH-Wert
Der pH-Wert gehört zu den wichtigsten Messgrößen jeder Wasseruntersuchung. In natürlichen Wässern wird er in den meisten Fällen von der Kohlensäure und ihren Anionen bestimmt. In geringem Maße haben organische Säuren oder Basen sowie Temperatur und Ionenstärke einen Einfluss. Eine Ausnahme bilden Regen- oder Schneeschmelzwässer, in denen der pH-Wert von anwesenden Mineralsäuren (z. B. durch Luftverunreinigungen) wie Salzsäure, Schwefelsäure und Salpetersäure stark beeinflusst sein kann. Die für die Trinkwasserversorgung genutzten Grundwässer werden in ihrem pH-Wert meist durch die Bodenpassage (CO2 der Bodenluft, Kontakt mit den Bodenmineralien) beeinflusst. Wässer aus Urgesteins- und Buntsandsteinböden weisen meist niedrige pH-Werte, solche aus Gips- und Kalksteinböden meist höhere pH-Werte auf. Der pH-Wert beeinflusst auch den Geschmack des Wassers. Man empfindet den Geschmack als erfrischend, wenn der pH-Wert unter 7.5 liegt, das Wasser gleichzeitig kühl ist und eine hinreichende Menge an CO2 aufweist. Wasser mit einem pH-Wert von etwa 8 schmeckt häufig fade, bei noch höheren pH-Werten macht sich ein seifiger Geschmack bemerkbar. Für die meisten chemischen Gleichgewichte der Wasserinhaltsstoffe hat der pH-Wert eine große Bedeutung. Dies bemerkt man in der Praxis häufig bei Korrosionserscheinungen in Rohrleitungsnetzen (vor allem im sauren Bereich bei pH-Werten unter 7.0) in verzinkten Stahl- und Kupferrohren, während leicht alkalische bzw. basische Wässer über pH 7.0 keine derart starken Auswirkungen zeigen. Nach der Trinkwasserverordnung darf der pH-Wert weder unter 6,5 noch über 9,5 liegen. Das Wasser sollte nicht korrosiv wirken. Die berechnete Calcitlösekapazität am Ausgang des Wasserwerks darf 5 mg/L CaCO3 nicht überschreiten. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn der pH-Wert am Wasserwerksausgang 7,7 oder mehr beträgt. Bei der Mischung von Wasser aus zwei oder mehr Wasserwerken darf die Calcitlösekapazität im Verteilungsnetz den Wert von 10 mg/L nicht überschreiten (siehe auch Calcitlösekapazität). Für in Flaschen oder Behältnisse abgefülltes Wasser kann der Mindestwert auf 4,5 pH-Einheiten herabgesetzt werden. Für in Flaschen oder Behältnisse abgefülltes Wasser, das von Natur aus kohlensäurehaltig ist oder das mit Kohlensäure versetzt wurde, kann der Mindestwert niedriger sein.

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Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Die Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), zu denen auch schon einiges beim Parameter Benzo(a)pyren gesagt wurde, sind weltweit verbreitet; sie können teilweise cancerogen wirken. Es handelt sich hierbei um eine Stoffgruppe aus vielen Verbindungen, wobei man für die Trinkwasserbeurteilung vier sogenannte Leitsubstanzen ausgewählt hat: Benzo(b)fluoranthen, Benzo(k)fluoranthen, Benzo(ghi)perylen und Indeno(1,2,3-cd)pyren. Unbelastetes Grundwasser enthält meist weniger als 0,00005 mg/L PAK, schwach belastete Oberflächengewässer bis zu 0,00025 mg/L. Die PAK entstehen bei der unvollständigen Verbrennung organischen Materials und kommen demnach in Autoabgasen, Teer, Ruß, Zigarettenrauch und in Abgasen aus der Verbrennung fossiler Energieträger vor. In Lebensmitteln entstehen PAK beim Räuchern und Grillen. Obwohl die PAK-Aufnahme beim Menschen zu rund 99 % über die Nahrung und nur zu etwa 0,1 - 0,3 % über das Trinkwasser erfolgt, ist man bestrebt, auch diese Aufnahme zu minimieren.

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Quecksilber
Quecksilber gehört zu den äußerst seltenen Elementen der Erdkruste, ist aber wegen seiner Flüchtigkeit weit verbreitet. Höhere als Spurenkonzentrationen (0,001 mg/L) im Wasser deuten meist auf Verunreinigungen hin. Die Toxizität des Quecksilbers beruht hauptsächlich auf seiner enzymhemmenden Wirkung. Besonders toxisch sind organische Quecksilberverbindungen, wie sie früher beispielsweise bei Getreidebeizen (als Fungizide) Verwendung fanden. Bekannt geworden sind auch Massenvergiftungen in Minamata (Japan) durch den Verzehr von Fischen mit Methylquecksilber-Akkumulationen. Gerade bei Fischen aus belasteten Gewässern macht sich die Anreicherung des Queck¬silbers in der Nahrungskette besonders bemerkbar.

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Sauerstoff
Der Sauerstoffgehalt eines Wassers ist für viele physikalisch-chemische Vorgänge im Wasser von großer Bedeutung (Korrosionserscheinungen, Geschmacks- und Geruchseigenschaften, Mikroorganismenwachstum usw.). Tiefengrundwässer sind häufig sauerstoffarm (weniger als 3 mg/L), oberflächennahe Grundwässer meist sauerstoffreich (mehr als 8 mg/L). Für die Bildung korrosionshemmender Schutzschichten in metallischen Rohrleitungen sollte der Sauerstoffgehalt des Wassers ständig über 3 mg/L liegen. Dabei spielen aber auch noch andere Parameter wie die Gesamtmineralisation, pH-Wert, Säurekapazität, Calcium, Fließgeschwindigkeit usw. eine Rolle. Unter 2 mg/L reicht der Sauerstoffgehalt nicht mehr für die Bildung einer geschlossenen Deckschicht aus. Bei starken Schwankungen des Sauerstoffgehaltes kann es zu merklichen Korrosionserscheinungen kommen. Trotz seiner Bedeutung gibt es für den Sauerstoffgehalt in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert. Für die Bewertung metallischer Werkstoffe in der Hausinstallation nach DIN 50930 Teil 6 ist der Sauerstoffgehalt aber von Relevanz.

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Säurekapazität
Die Größe der Säurekapazität wird im wesentlichen durch den Gehalt des Wassers an schwachen Säuren und Basen bestimmt, z. B. an Huminstoffen und Phosphaten (sogenannte Fremdpuffer), insbesondere aber durch die Kohlensäure und ihre Anionen. In fremdpufferfreien kohlensäurehaltigen Wässern ist die ermittelte Säurekapazität bis pH 4,3 ein wesentlicher Parameter zur Bestimmung der Gleichgewichtskonzentrationen der Kohlensäurespezies und des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts. Die Säurekapazität ist auch ein Maß für die Pufferung eines Wassers. In Wässern mit einer niedrigen Säurekapazität besteht die Gefahr großer pH-Wert-Schwankungen durch geringe Säuren- oder Laugeneinflüsse. Wässer mit einer hohen Säurekapazität reagieren da viel stabiler. In der Trinkwasserverordnung wird für die Säurekapazität kein Grenzwert genannt. Aber nach § 14 Abs. 1 muss das Trinkwasser, von dem mehr als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens einmal pro Jahr, und das, von dem weniger als 1.000 m³ pro Jahr an Anschlussnehmer abgegeben wird, wenigstens alle drei Jahre einmal untersucht werden. Für die Bewertung metallischer Werkstoffe in der Hausinstallation nach DIN 50930 Teil 6 ist die Säurekapazität von Bedeutung.

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Selen
Selen gehört zu den selteneren Elementen; es kann bei der Öl- und Kohleverbrennung sowie bei der Erzverhüttung freigesetzt werden. Häufig ist ein Zusammenhang zwischen Staubemissionen und Gewässerbeschaffenheit zu beobachten. Eine weitere Quelle können industrielle Abwässer sein. Der natürliche Hintergrund soll etwa 0,0001 mg/L betragen. Selen ist in geringen Mengen für den Menschen ein essenzielles Spurenele¬ment. In höheren Dosen kann es toxisch wirken. Die Krankheitserscheinungen sind vorwiegend Missbildungen des Knochengerüsts, Gewichtsabnahmen, Haarausfall, bei Pferden Abfallen der Hufe. Vergiftungen durch Selen über das Trinkwasser dürften in der Regel nicht vorkommen. Bedeutender sind hier das Einatmen von Selenwasserstoff und Selendämpfen.

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Silikat
Silikate kommen durch den Kontakt mit verwitternden Gesteinen in natürlichen Wassern praktisch überall vor. In den Trinkwässern liegen die Konzentrationen meistens zwischen 1 und 10 mg/L. Gelegentlich kann man aber auch höhere Werte finden. Mit Ausnahme der Gesamtmineralisation besitzt es eine geringe Bedeutung bei der Bewertung eines Trinkwassers. Da auch keine gesundheitlichen Bedenken gegen die natürlichen Silikatgehalte im Trinkwasser bestehen, gibt es auch keinen entsprechenden Grenzwert in der Trinkwasserverordnung. Eine gewisse Bedeutung besitzt es aber als Korrosionsinhibitor. Zu diesem Zweck darf es als Natriumsilikat nur in Mischung mit den entsprechend zugelassenen Stoffen bis zu einer Konzentration von 15 mg/L Silikat zugegeben werden (Liste der Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren gemäß § 11 der Trinkwasserverordnung von 2001).

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Sulfat
Sulfat ist in der Regel in allen Wässern vorhanden und bildet einen der wesentlichen Mineralstoffbestandteile des Wassers. In der Natur ist es z. B. als Magnesiumsulfat (Bittersalz), Natriumsulfat oder als Calciumsulfat (Gips) weit verbreitet. Die meisten Sulfatverbindungen (außer Gips) sind gut wasserlöslich. In unbelasteten Grundwässern liegt der Sulfatgehalt normalerweise zwischen 20 und 50 mg/L. Bei Wässern aus gips- und salzhaltigem Untergrund muss mit Sulfatgehalten von 100 bis 1.000 mg/L gerechnet werden. Neben diesen geogen bedingten Sulfatgehalten können auch Umweltbelastungen wie z. B. durch Kunstdünger, industrielle Abwässer, Deponiesickerwässer sowie Grubenwässer für erhöhte Sulfatgehalte verantwortlich sein. Ebenso kann der Sulfatgehalt auf Trinkwasseraufbereitungs-Chemikalien zurückzuführen sein.

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Tetrachlorethen und Trichlorethen
Das Vorkommen der organischen Chlorverbindungen ist auf ihre verbreitete Verwendung im häuslichen, gewerblichen und industriellen Bereich (z. B. als Lösemittel zur Entfettung und chemischen Reinigung, als Extraktionsmittel sowie als Zwischenprodukt für chemische Synthesen) zurückzuführen. Auch hierbei handelt es sich um eine Stoffgruppe, für die zur Trinkwasserbeurteilung eine Auswahl an Einzelstoffen getroffen wurde: Tetrachlorethen und Trichlorethen. Für die genannten Stoffe werden in Langzeit-Tierstudien cancerogene Eigenschaften beschrieben, sodass durch entsprechende Trinkwassergrenzwerte eine möglichst geringe Belastung und ein sorgfältiger Umgang mit diesen Stoffen erreicht werden sollen.

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Trihalogenmethane (THM)
Die Trihalogenmethane (THM) Chloroform, Bromdichlormethan, Dibromchlormethan und Bromoform bilden die mengenmäßig bedeutendste Gruppe von Desinfektionsmittelnebenprodukten (DNP), die bei der Chlorung des Trinkwassers entstehen kann. Sie bilden sich bei der Reaktion von im Rohwasser natürlicherweise vorhandenen Vorläuferverbindungen (Huminsäuren) mit Chlor. Die Bildung von DNP lässt sich wesentlich unterdrücken, wenn die Konzentration der Vorläuferverbindungen im Rohwasser vor der Chlorung durch geeignete Aufbereitungsschritte vermindert wird. Eine problem- und ressourcenangepasste Aufbereitung kann die chemische Desinfektion sogar überflüssig machen. Mit Stand von 1991 war die chemische Desinfektion des abgegebenen Trinkwassers bei etwa 50 % der Versorgungsanlagen nicht notwendig, dazu zählten auch die Trinkwässer einiger städtischer oder großstädtischer Versorgungsunternehmen (Münster, Gütersloh, Berlin, München u. a.). Die mittleren THM-Konzentrationen in gechlorten Trinkwässern lagen ab Wasserwerk zu diesem Zeitpunkt in Deutschland je nach Herkunft des Rohwassers und der Größe der Anlage bei 0,001 bis 0,004 mg/L und damit 10 bis 20mal niedriger als z. B. in den USA. Im Verteilungssystem ab Wasserwerk kann die Konzentration der THM wegen der Nachreaktionen während des Transports ansteigen. Stichprobenartige Untersuchungen im Jahr 1997 hatten ergeben, dass im Verteilungsnetz 0,01 mg/L zwar häufig eingehalten wurden, am Zapfhahn des Verbrauchers in etwa 10 % der Proben aber 0,05 mg/L überschritten wurden. Die gesundheitliche Bedeutung der THM liegt in ihrer toxischen und krebserregenden Wirkung in Leber und Niere zumindest im Tierversuch. Die Studien beim Menschen sind nicht eindeutig zu beurteilen. In der Trinkwasserverordnung ist ein Grenzwert von 0,05 mg/L angegeben. Dies betrifft die Summe der am Zapfhahn des Verbrauchers nachgewiesenen und mengenmäßig bestimmten Reaktionsprodukte, die bei der Desinfektion oder Oxidation des Wassers entstehen. Für Trichlormethan (Chloroform), Bromdichlormethan, Di¬bromchlormethan und Tribrommethan (Bromoform) ist eine Untersuchung im Verteilungsnetz nicht erforderlich, wenn am Ausgang des Wasserwerks der Wert von 0,01 mg/L nicht überschritten wird.

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Tritium
Tritium gehört zu den natürlichen radioaktiven Stoffen, die aufgrund der kosmischen Strahlung in der Atmosphäre ständig gebildet werden. Es ist im Oberflächen-, Quell- und Grundwasser und damit auch in geringsten Mengen im Trinkwasser vorhanden. In der Trinkwasserverordnung ist ein Grenzwert von 100 Bq/L festgelegt. Die Handhabungsweise der Kontrollen wird aber erst zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt, so dass davon auszugehen ist, dass derzeit kaum entsprechende Untersuchungen durchgeführt werden.

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Trübung
Trinkwasser soll nach den hygienischen Anforderungen klar sein. In bestimmten Fällen (z. B. bei Oberflächenwässern bzw. Uferfiltraten zur Trinkwasseraufbereitung, bei Ausfällungen von Wasserinhaltsstoffen oder bei plötzlichen Verunreinigungen) können Trübungen im Trinkwasser auftreten. Rostbraune Eintrübungen sind häufig ein Hinweis auf Korrosionserscheinungen im Leitungsnetz. Trübstoffe sind vor allem auch deswegen von Bedeutung, weil sie die Desinfektion eines Trinkwassers behindern und ein Bakterienwachstum fördern können. Eine leichte Trübung in kleinen Behältern (1 bis 2 L) ist etwa ab 2 NTU (nephelometrische Trübungseinheiten) für das menschliche Auge erkennbar. In großen Behältern (mehrere Kubikmeter) erscheinen 1 bis 2 NTU als leichte Trübung. Oberflächenwässer und Abwässer weisen Trübungen von über 10 bis über 500 NTU auf, während gutes Trinkwasser meist unter 0,5 NTU liegt. Der Grenzwert in der Trinkwasserverordnung hebt eher auf den ästhetischen Aspekt ab und berücksichtigt dabei kurzzeitige Erhöhungen der Trübung durch natürliche, gesundheitlich unbedenkliche anorganische Trübstoffe. Wenn jedoch ein aufbereitetes Wasser desinfiziert werden muss, sind aus hygienischen Gründen wesentlich höhere Anforderungen an den Parameter Trübung zu stellen, da Bakterien und Viren sich an Feststoffpartikeln anlagern oder sich in Mikroflocken vor dem Einfluss von Desinfektionsmitteln schützen können. So ist der Wert für die Trübung vor der Desinfektion des Wassers mit 0,1 NTU oder bei der weitergehenden Nutzung des Trinkwassers z. B. in Schwimmbecken mit 0,2 NTU im Filtrat und 0,5 NTU im Beckenwasser deutlich tiefer anzusetzen. Der Grenzwert nach der Trinkwasserverordnung beträgt 1,0 NTU. Der Grenzwert gilt am Ausgang des Wasserwerks. Der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage hat einen plötzlichen oder kontinuierlichen Anstieg unverzüglich der zuständigen Behörde zu melden.

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Uran
Uran ist ein Element, für das es in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert gibt. Da es aber aufgrund verschiedener Messungen in der jüngsten Vergangenheit sowohl in einigen Trinkwässern als auch in einigen Mineralwässern in die Diskussion geraten ist, soll es auch hier Erwähnung finden. Es kommt natürlicherweise in Böden und Gesteinen Deutschlands vor. Je nach den geologischen Verhältnissen findet man es in unbeeinflussten Grundwässern in Konzentrationen von weniger als 0,001 bis über 0,1 mg/L. Die Radiotoxizität von Uran ist wegen der sehr großen Halbwertszeit relativ gering. Die chemische Toxizität ist aber wie die vieler anderer Schwermetalle sehr hoch. Bei der Aufnahme von Uran über das Trinkwasser kann es bei entsprechenden Konzentrationen zum Auftreten von Nierenkrebs kommen. Unter Abwägung aller bekannten Daten hat das Umweltbundesamt (UBA) eine lebenslang gesundheitlich duldbare Höchstkonzentration für Uran im Trinkwasser als „gesundheitlichen Leitwert“ von 0,01 mg/L empfohlen. Interessierte Verbraucher werden derzeit noch bei den meisten Wasserwerkern keine Uran-Messwerte erhalten, wenn sie danach fragen. Dies liegt vor allem daran, dass auf Stoffe, für die es keinen Grenzwert in der Trinkwasserverordnung gibt, meist nur aus besonderem Anlass untersucht wird. Es ist aber zu erwarten, dass vor allem bei entsprechenden Fragestellungen der Verbraucher verschiedene Wasserwerke in nächster Zukunft solche Untersuchungen durchführen lassen. Sollten einmal bedenkliche Werte nachgewiesen werden, kann man versuchen, die entsprechenden geologischen Formationen für die Trinkwassergewinnung zu meiden. Ist dies nicht möglich oder vom Aufwand her nicht vertretbar, so kann man Uran mit geeigneten Aufbereitungstechniken nahezu vollständig aus dem Trinkwasser entfernen. Tafelwasser, Mineralwasser und Heilwasser kann ebenfalls erhöhte Uran- und Radiumgehalte aufweisen, da diese Wässer in der Regel aus tieferen Grundwasserleitern stammen und entsprechend größere Verweilzeiten im Untergrund zu einer erhöhten Aufnahme führen können. In der Trinkwasserverordnung gibt es keinen Grenzwert für Uran. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt eine dauerhaft duldbare Konzentration von 0,01 mg/L, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine solche von 0,015 mg/L.

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Wasserstoffperoxid
Wasserstoffperoxid wird in der Trinkwasseraufbereitung als Oxidationsmittel sowie für die Oberflächendesinfektion von Armaturen, Schiebern und in Reinigungsmitteln für die Hochbehälter- und Rohrnetzreinigung verwendet. Im Verordnungstext der Trinkwasserverordnung ist kein Wasserstoffperoxidgrenzwert angegeben. Der Grenzwert von 0,1 mg/L nach Abschluss der Aufbereitung ist in einer Liste im Bundesgesundheitsblatt enthalten, die vom Umweltbundesamt geführt und fortgeschrieben wird.

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Zink
Unbelastete Wässer weisen üblicherweise nur sehr geringe Zinkkonzentrationen auf. Höhere Messwerte für Zink im Trinkwasser sind meistens auf Korrosionsvorgänge in der Trinkwasserinstallation bei der Verwendung von verzinkten Stahlrohren zurückzuführen. In Extremfällen können Konzentrationen bis über 10 mg/L und mehr vorkommen. Für die menschliche Ernährung ist Zink ein essenzielles Element. Gesundheitliche Störungen durch Zinkmangel (Verlust der Geschmacksempfindung, Appetitlosigkeit) kommen häufiger vor als durch eine Zinküberdosis (Erbrechen und Entzündungen der Verdauungsorgane). In der alten Trinkwasserverordnung gab es einen Richtwert von 5 mg/L. In der neuen Trinkwasserverordnung ist Zink nicht mehr enthalten. Es ist technisch-wissenschaftlich überholt. Seine Verwendung im Trinkwasserbereich ist aber in den Vorschriften der technischen Regelwerke soweit berücksichtigt, dass bei der Einhaltung dieser Vorschriften keine gesundheitliche Relevanz mehr gegeben ist. Sollten bei verzinkten Stahlrohren Korrosionserscheinungen auftreten (Gelb- bis Braunfärbung des Wassers), kann eine Messung durchaus noch sinnvoll sein. Eine Orientierung am alten Trinkwasserrichtwert erscheint in diesen Fällen dann aber als nicht ausreichend. Denn die Zinkschicht vor allem bei nicht genormten Verzinkungen kann dann soviel Blei als Verunreinigung (möglicherweise auch andere Metalle) enthalten, dass insbesondere der verschärfte Bleigrenzwert ab dem 30.11.2013 nicht mehr eingehalten wird.

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