Materialien

Das abgegebene Wasser der öffentlichen Trinkwasserversorgungen entspricht in der Regel den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung. Außerhalb der Trinkwasserverordnung befassen sich die DIN 50930 Teil 6 und die DIN EN 12502 Teil 1-5 mit den Korrosionswahrscheinlichkeiten metallischer Werkstoffe gegenüber verschiedenen Wässern.

Viele Hausinstallationen wurden zu einer Zeit verlegt, als die dort genannten Zusammenhänge noch nicht allgemein bekannt waren. Dementsprechend wurden sie häufig bei der Auswahl der Materialien für die Hausinstallation nicht ausreichend berücksichtigt.


Korrosionsbeispiel aus einer Hausinstallation

Das hier gezeigte Beispiel aus einer Hausinstallation aus verzinktem Stahl verdeutlicht die Auswirkungen so, dass man sie auch mit dem bloßen Auge erkennen kann.

Flasche 1 enthält das Wasser, wie es frisch aus der öffentlichen Wasserversorgung geliefert wird. Flasche 2 enthält das Wasser, wie es aus dem häufig benutzten Küchenhahn fließt. Es weist schon eine ganz leichte Trübung auf. Flasche 3 enthält das Wasser, wie es aus einem selten benutzten Hahn im Gästezimmer kommt. Hier ist die Verfärbung und die Trübung nicht zu übersehen. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es nicht nur auf die Materialien sondern auch auf die Betriebsbedingungen der Hausinstallation ankommt.


Biofilm am Strahlregler eines Wasserhahns

Bemerken Sie an Ihrem Wasserhahn schmierige Ablagerungen wie auf diesem Bild, könnten Kunststoffdichtungen oder Kunststoffleitungen als Grundlage für ein mikrobielles Wachstum die Ursache sein.

Wir empfehlen Ihnen, von Zeit zu Zeit zu kontrollieren, ob die von Ihnen verwendeten Werkstoffe in Ihrer Hausinstallation solche oder ähnliche Erscheinungen verursachen. In verzinkten Stahlleitungen äußert sich dies häufig durch gelbliche bis bräunliche Verfärbungen des Wassers (besonders nach längeren Stillstandszeiten) oder durch rostbraune Ablagerungen in Waschbecken, Badewannen usw. In Kupferleitungen sind die Verfärbungen des Wassers bläulich bis türkis. In Waschbecken und Badewannen zeigen sich türkisfarbene Ablagerungen oder Ränder. In extremen Fällen kann es bei blonden Personen nach dem Duschen hin und wieder zu einem Grünstich der Haare kommen. Schmierige Beläge weisen oft auf ein mikrobielles Wachstum hin.

Bei Wasseruntersuchungen können Grenzwertüberschreitungen beim Eisen, Kupfer oder bei den Mikroorganismen ebenfalls auf Probleme in der Hausinstallation hindeuten.

Sollten Sie eine oder mehrere der beschriebenen Beobachtungen im Bereich Ihrer Hausinstallation machen, könnte dies auf ungeeignete Materialien oder Betriebsbedingungen hinweisen und Sie sollten dringend zugelassene Fachleute (zugelassene Untersuchungsstellen) mit der Überprüfung des Sachverhaltes beauftragen. Für die richtige Materialauswahl sollten Sie einen zugelassenen Installateur suchen.

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